HSG Red Blue

Die Videokassette des Grauens

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Florian Neuhauss

Am 1. September wurde Christoph Böhm am Kreuzband operiert. Wann der großgewachsene Handballer wieder mit seinen Teamkollegen von der HSG Red Blue auf dem Platz stehen kann, ist nicht abzusehen. Böhm lässt es sich jedoch nicht nehmen, die Spiele der HSG vor Ort zu verfolgen.

So weilte er natürlich auch in der Aumühler Heinrich-Willers-Halle, als der Oberliga-Spitzenreiter TSV Ellerbek seine Visitenkarte abgab.

Auf Bitte von Trainer Randolf Weyland hatte Böhm zudem auch seinen Camcorder samt Stativ dabei. Auf Höhe der Mittellinie filmte der Verletzte die erste Halbzeit der Partie. "Der Coach hat gesagt, ich solle besonders das Umschalten aufnehmen", erklärte Böhm. Anschauungsunterricht lieferten aber vor allem die Ellerbeker. Als der Rekonvaleszent nach 30 Minuten seine Sachen zusammenpackte - "Ich habe nur die eine Kassette und die ist voll" (Böhm) - führte der TSV mit 20:11. Am Ende hieß es 36:26.

Was Weyland, auch ohne die bewegten Bilder noch einmal gesehen zu haben, übel aufstieß, war die miserable Chancenverwertung seiner Schützlinge. "Gegen einen Spitzenreiter muss man seine Möglichkeiten nutzen", sagte der enttäuschte Coach. In der ersten Halbzeit verwarfen die "Red Blues" gleich vier Siebenmeter. Gleichzeitig konnte der ansonsten gut aufgelegte Florian Dettmann im Tor der Hausherren besonders gegen Ellerbeks Kreisspieler Bastian Blietz, dem in Hälfte eins fünf Treffer gelangen, nichts ausrichten.

Nach dem Wechsel stellte Weyland von der 5:1- auf eine 4:2-Deckung um und setzte damit die Gäste zunächst unter Druck. Dank der Trefferquote von Tim Witt, der nach mäßigen ersten 30 Minuten in der zweiten Halbzeit aufdrehte und insgesamt zehn Treffer beisteuerte, konnten die "Red Blues" zumindest phasenweise mithalten. "Tim hat endlich mal gezeigt, wozu er in der Lage ist", lobte sein Trainer.

Für Szenenapplaus sorgte auch ein ums andere Mal Thore Groth, der zweite Torhüter der HSG. Als Lasse Bahlburg allein auf ihn zugerannt kam und warf, riss der Keeper geistesgegenwärtig die Hände hoch (44.). Auch Oliver Müller scheiterte an Groth (58.). Am Ende konnte aber auch er die in der Höhe verdiente Niederlage nicht verhindern.

Bleibt abzuwarten, ob Weyland den Fusionsverein nach vier Niederlagen in Folge mit Hilfe der Videoanalyse wieder in die Spur bringen kann.

HSG-Tore: T. Witt (10), Schlüter (5), Rautmann, Korinth (beide 4), Hadeler (2), Dambel, C. Witt (beide 1).

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