Fußball

Drei Platzverweise im Prestige-Duell

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Florian Neuhauss

Der VfL Lohbrügge führte im Derby der Fußball-Landesliga bei der TuS Dassendorf mit 2:1, ließ wenig zu und war nach zwei Platzverweisen für die Hausherren mit zwei Mann in Überzahl. Kurz gesagt: Die Elf von Trainer Sven Schneppel steuerte auf einen ungefährdeten Sieg zu.

Bis Verteidiger Adam Hamdan an der Mittellinie den Dassendorfer Karim Cissé grundlos von hinten umgrätschte. Schiedsrichter Christian Soltow (Germania Schnelsen) hatte keine andere Wahl - Rot. "Danach waren wir plötzlich verunsichert", ärgerte sich Schneppel über das überharte Einsteigen seines Verteidigers. Doch die TuS war zu ungefährlich, um Hamdans Aussetzer zu nutzen. Es blieb beim 2:1-Erfolg der Lohbrügger.

Ausgerechnet jener Hamdan hatte Dassendorfs neuem Coach Oliver Schweißing zuvor das Debüt auf der Trainerbank gehörig verdorben. Schon nach neun Minuten schob der 20-Jährige einen Freistoß von Ricardo Nunes unbedrängt zum 1:0 in die Maschen. Und auch nachdem Patrick Lockstedt auf der anderen Seite einen missglückten Schussversuch von Ilker Ceylan zum Ausgleich über die Linie gegrätscht hatte (29.), war Hamdan wieder zur Stelle. Eine Ecke von Marek Smaga konnte er erneut völlig freistehend verwerten (44.). Ansonsten hätte sich der Verteidiger nicht zuletzt ob seiner bärenstarken Abwehrarbeit eine glatte Note "1" verdient, wäre da eben nicht diese Szene aus der 79. Minute gewesen.

Dass die beiden Lohbrügger Treffer aus einem Freistoß und einer Ecke entstanden, war kein Zufall. Standardsituationen stellten die Dassendorfer immer wieder vor unlösbare Aufgaben. So auch vier Minuten nach dem Seitenwechsel: Sascha Göttmann wollte einen Smaga-Freistoß klären, lenkte ihn stattdessen jedoch im hohen Bogen an die Latte des eigenen Tores. "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir uns bei den Standardsituationen so schwer tun würden", schimpfte Schweißing.

Doch noch mehr Ärger löste das Verhalten von Dennis Juhl und Florian Simon beim Neu-Trainer aus. Juhl beschwerte sich lautstark über einen Abseitspfiff und sah Gelb-Rot (64.). Simon grätschte Patrick Steffens brutal um und flog ebenfalls zu Recht vom Platz (72.). So konnten die Dassendorfer auch aus Hamdans Hinausstellung kein Kapital mehr schlagen.

"Ich habe vor der Partie extra noch gesagt, dass die Jungs in solch einer Situation nicht stochern sollen. Vielleicht hätte ich auch noch darauf hinweisen sollen, dass ich Grätschen von hinten in die Beine nicht sehen will", flüchtete sich Schneppel in Sarkasmus. Besonders im Hinblick auf das Spitzenspiel gegen den Bramfelder SV am kommenden Wochenende schmerzte den Coach der Platzverweis seines Verteidigers sichtlich.

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