Das nächste Talent aus der VfL-Schmiede

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Dirk Schulz

Ihr Name kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie die Anmütige. Wenn Charis Lüdtke zu einem Schmetterball ansetzt, wirken die Bewegungen der 1,78 Meter großen Volleyballerin in der Tat elegant. Mit ihren langen Armen und Beinen steht die 13-Jährige hoch am Netz und drischt die Bälle ihren Gegenspielerinnen nur so um die Ohren.

Die Geesthachter Volleyballerin Charis Lüdtke (13) ist auf dem Sprung ins Jugend-Nationalteam.

Als die C-Juniorin beim Nordpokal für die Hamburger Auswahl spielte, fiel ihr Talent auch den Spähern des Deutschen Volleyball-Verbandes auf. Die Außenangreiferin des VfL Geesthacht erhielt eine Einladung zum Sichtungslehrgang der Jugend-Nationalmannschaft, der Ende November im Bundesleistungszentrum in Kienbaum (Brandenburg) steigt.

Nach Catharina Sahlmann, die 2006 den Sprung in die deutsche Auswahl schaffte, könnte Charis damit das nächste Talent aus der Schmiede des VfL sein, die demnächst den Bundesadler tragen darf. "Sie hat sogar noch ein bisschen mehr Potenzial", schwärmt ihr Trainer Klaus-Heinrich Wulff.

In dieser Saison debütierte sein Schützling bereits in der Geesthachter Verbandsliga-Mannschaft. Allerdings scheint es ganz so, als ob dies nur eine Durchgangsstation bleiben sollte. "Wenn ich jetzt schon einmal dabei bin, will ich den Sprung in die Nationalmannschaft auch schaffen", sagt die Geesthachterin, die die achte Klasse am Otto-Hahn Gymnasium besucht.

Neben gesundem Ehrgeiz steht für die strohblonde 13-Jährige allerdings der Team-Gedanke im Vordergrund. "Volleyball ist ein Mannschaftssport. Ich will zwar immer gewinnen, muss aber nicht alle Punkte selbst machen", betont Charis.

Viermal in der Woche trainiert sie, um besser zu werden. Zweimal beim VfL, für die übrigen Einheiten mit der Hamburger Auswahl muss sie jedoch zwei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Leistungszentrum nach Hamburg-Dulsberg fahren. "Es ist ein Vollzeit-Hobby", muss der Teenager ein bisschen Schmunzeln. Immerhin eignen sich die langen Fahrtzeiten zum Erledigen der Hausaufgaben.

Damit Schule und Sport demnächst vielleicht noch besser unter einen Hut passen, besucht die talentierte Volleyballerin probeweise das Hamburger Sportgymnasium Heidberg in Langenhorn. Für Wulff steht aber so oder so fest: "In der 2. Bundesliga wird sie irgendwann mindestens spielen."

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