Kein Quantum Trost

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Florian Neuhauss

Wenn am Sonnabend um 14 Uhr am Wendelweg das Derby der Fußball-Landesliga zwischen der TuS Dassendorf und dem VfL Lohbrügge beginnt, macht sich Matthias Stuhlmacher auf den Weg nach Hamburg.

Oliver Schweißing (37) gibt bei den Gastgebern sein Debüt als Spielertrainer.

Der Reinbeker, der am Dienstag zum letzten Mal das TuS-Training leitete und sich danach von der Mannschaft verabschiedete, wird sich mit seiner Frau Alexandra in Wandsbek den neuen James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" ansehen. Passend dazu sagt VfL-Trainer Sven Schneppel, der einst mit "Stuhle" zusammen in Dassendorf spielte: "Für Matthias tut es mir sehr leid, dass er seinen Job nicht mehr machen kann." Doch wer denkt, der Filmtitel stünde sinnbildlich für Stuhlmachers Innenleben, der täuscht sich. "Ich habe bis zuletzt alles für die TuS gegeben und kann allen in die Augen schauen", sagt der 39-Jährige.

Trotzdem steht vorerst die Familie im Vordergrund. Auch Sohn Mika (6) freut sich bereits, dass sein Vater jetzt mehr Zeit findet, bei seinem Team von der 1. G-Jugend der TSV Reinbek zuzuschauen.

Vor dem Spiel gegen Lohbrügge übernimmt der spielende Kotrainer Oliver Schweißing (37) interimsmäßig die Aufgabe, das Team einzustellen. Erst nach dem Schlusspfiff entscheidet er, ob er den Cheftrainer-Posten übernimmt. "Es stehen noch einige Gespräche im privaten Bereich, aber auch mit dem Verein an, wie alles realisierbar ist", erklärt der Ex-Profi. Möglich ist auch, dass er nur noch als Trainer arbeitet. Abteilungsleiter Michael Funk hat mit einem Spielertrainer Schweißing kein Problem: "Wir haben eine sehr intelligente Mannschaft, die damit umgehen kann, dass der Coach mit ihr auf dem Platz steht."

Erste Anhaltspunkte, inwieweit diese These mit Leben gefüllt werden kann, wird das Spiel gegen Lohbrügge bringen. Wo Schweißing den Hebel ansetzen will, hat der Sturmführer bereits klargestellt. "Wir haben in dieser Spielzeit erst einmal zu null gespielt. Das ist deutlich zu wenig. Wenn wir einmal pro Partie Anstoß haben, ist das genug." Darüber, wie das taktisch aussehen könnte, hüllt er sich in Schweigen. Unwahrscheinlich ist jedoch, dass er den genesenen Stürmer Patrick Lockstedt auf die Bank setzen wird.

Für den VfL ist das Duell in Dassendorf die erste Partie nach dem Ende ihrer Serie. Das 0:1 gegen Einigkeit Wilhelmsburg war die erste Niederlage seit knapp zwei Monaten. Auch wenn Schneppel die Pleite nach einer taktischen Umstellung - drei statt zwei Spitzen - auf seine Kappe nahm, fordert er nun von seiner Elf wieder mehr Einsatz: "In der Hinsicht haben die Spieler gegen Wilhelmsburg zu wenig gezeigt." Beim VfL kehren Daniel Aydin und Dennis Kaffke zurück.

Und auch wenn es bei den Lohbrüggern zuletzt nicht rund lief, sie reisen nicht an, um der TuS auch nur ein Quantum Trost zu spenden.

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