Rennen bis der Rasen brennt

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Florian Neuhauss

. Die Begegnung der Fußball-Landesligasaison 2005/06 bei Eintracht Norderstedt hat Peter Wiehle nicht vergessen. Der heute 39-Jährige verletzte sich am Kreuzband und musste nach nur knapp 20 Spielen für seinen neuen Verein, den FC Voran Ohe, seine aktive Laufbahn beenden. Dem FC Voran blieb er aber treu, besuchte immer wieder die Partien und sagte vor dieser Spielzeit als Kotrainer zu. Die zehn Autominuten von seinem Wohnort Kuddewörde zum Amselstieg legt der Ex-Profi von Eintracht Braunschweig (1992/93) nach dem Rücktritt von Jan Schönteich seit Montag als Chefcoach zurück. Der Sportredaktion stand er Rede und Antwort.

Jan Schönteich hatte seine Entscheidung zurückzutreten schon vor der Partie beim SC Victoria am vergangenen Wochenende gefällt, verkündete aber erst am Montag seinen Entschluss. Waren Sie in seine Pläne eingeweiht, oder hat Sie der Schritt überrascht?

Ich habe Jan in den zurückliegenden Wochen schon deutlich angemerkt, wie sehr ihm die Situation in Ohe an die Substanz geht. Wir haben uns in den vergangenen 14 Tagen auch viel über die Situation unterhalten. Vor der Partie gegen "Vicky" hat er mir seine Entscheidung dann mitgeteilt.

War Ihnen da auch schon klar, dass Sie sein Nachfolger werden würden?

Schon eine Woche zuvor, als der Niendorfer TSV bei uns zu Gast war, fragte er mich, ob ich im Falle einer Niederlage bereit wäre, seine Nachfolge anzutreten. Denn dann wäre er schon damals zurückgetreten. Ich habe sofort zugesagt. In den Tagen vor dem Spiel an der Hoheluft haben wir dann auch noch mit Obmann Ralf Naundorf gesprochen. Es war also klar, dass ich den Posten als Chef-Coach übernehmen würde.

Es ist Ihre erste Trainerstation. Der FC Voran steht mit fünf Punkten auf dem letzten Platz. Bräuchte der Verein nicht eher einen erfahrenen Trainerfuchs?

Ich glaube nicht, dass Erfahrungswerte eine große Rolle spielen. Viel wichtiger ist, wie ich die Mannschaft anspreche und mit ihr umgehe.

Sie haben den sportlichen Niedergang in dieser Spielzeit als Kotrainer hautnah miterlebt. Was können Sie jetzt anders machen als Schönteich? Wo setzen Sie den Hebel an?

Die Spieler brauchen einfach wieder Selbstvertrauen. Nach dem Trainerwechsel müssen sie den Kopf schnell freibekommen. Wir machen im Training viele Torschussübungen, damit die Jungs Erfolgserlebnisse haben. Dazu kommen zahlreiche Einzelgespräche.

Schon am Freitag gastiert die Eintracht aus Norderstedt am Amselstieg. Worauf kommt es da an?

In unserer Situation zählen nur drei Punkte. Die Spieler müssen zeigen, dass Sie nicht absteigen wollen. Jeder muss so viel kämpfen und rennen, dass der Rasen brennt.

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