Bergedorf. Magazin kohero versucht Erfolgsformat in Bergedorf. Gäste erwarten nicht nur arabische Köstlichkeiten, sondern auch interessante Leute.

Sie spricht diese kulinarische Geschmackssache gelassen aus: „Alle mögen Falafel. Ich habe noch keinen getroffen, der es nicht mag“, sagt Anja Rastetter, Kommunikationsmanagerin für das Bezirksamt im Körberhaus. Und wenn es genug von der arabischen Köstlichkeit zu essen gibt, dann sollten auch viele Leute kommen – zur 1. Falafel-Party im Körberhaus am Dienstag, 11. Juni, gemeinsam organisiert von Bezirksamt, Bücherhalle Hamburg und dem Magazin für interkulturellen Zusammenhalt „kohero“.

Im Redaktionsgebäude sind diese Partys mittlerweile Kult. Das Prinzip: Essen, kommunizieren, sich mit bekannten oder ganz neuen Leuten austauschen, alles abgerundet mit Livemusik. Bis zu 40 Personen kommen regelmäßig zu dem Event, doch auch mit nur fünf Gästen macht die Falafel-Feier Freude. „Wir sind sehr eng mit unserer Community“, kommentiert Chefredakteur Hussam Al Zaher das Erfolgsprinzip.

Falafelparty im Körberhaus steht auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Al Zaher war Gründer des Blatts im Februar 2017 und ist seitdem auch kohero-Chefredakteur. Im Jahre 2015 musste er aus seiner Heimat Syrien flüchten, „weil ich in die Armee sollte, was ich nicht wollte“. Das Land befindet sich seit 13 Jahren im Bürgerkrieg. In seiner Heimatstadt Damaskus studierte er Politikwissenschaft, arbeitete journalistisch für eine Wochenzeitung. Medial fasste der heute 36-Jährige hierzulande schnell Fuß, schrieb zum Beispiel Kolumnen für die taz Nord, bevor kohero entstand. Er sagt von sich selbst in großer Bescheidenheit: „Mein Deutsch ist nicht so perfekt, um in einem deutschen Medium zu arbeiten:“

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Das Magazin bietet die Plattform für Autoren mit Flucht- oder Migrationshistorie aus vielen Nationen, die von anderen Geflüchteten oder sich selbst Geschichten aufschreiben, Geschehnisse aus dem Blickwinkel Eingewanderter darstellen. Das erscheint in Magazinformat alle halbe Jahre, dazu veröffentlicht die vielköpfige Redakteurs- und Autorenmannschaft Podcasts und Newsletter. Der Begriff kohero entstammt im Übrigen der Kunstsprache Esperanto und bedeutet Zusammenhalt.

Warum diese Party so gut an die Holzhude passt

Zuletzt war Anja Rastetter mal bei einer solchen Falafel-Party dabei – und entdeckte das gastronomisch und interkulturelle Stelldichein gleich mal für ihren Arbeitsplatz mit: „Das, was die machen, ist sehr unterstützenswert.“ Der Ort für die erste Falafel-Sause außerhalb der Redaktionsräume im Hamburger Grindelviertel passt, hier sind Berührungsängste eigentlich per se fremd. Multikulturelles Potenzial gibt es unter den Besuchern und Nutzer im Körberhaus genug – allein die vielen jüngeren Leute, die sich in den vielen Ecken und Winkeln zum Lernen, Chillen oder Quatschen treffen, geben dem Haus mehr als ein Gesicht.

Die Gastgeber der ersten Falafelpartx im Körberhaus: Anja Rastetter, Lena Stich (beide fürs Bezirksamt im Körberhaus); Hussam Al Zaher (Chefredakteur kohero) und Claudia Barstorfer (Bücherhalle Hamburg).
Die Gastgeber der ersten Falafelpartx im Körberhaus: Anja Rastetter, Lena Stich (beide fürs Bezirksamt im Körberhaus); Hussam Al Zaher (Chefredakteur kohero) und Claudia Barstorfer (Bücherhalle Hamburg). © BGDZ | Jan Schubert

Zudem gehören im Körberhaus viele Integrationsklassiker fest ins Programm, bilden regelmäßig Treffpunkte verschiedener Kulturen. Wie der Dialog in Deutsch oder der russisch-ukrainische Spieleabend. Heißt übrigens „Club der netten Leute“ und läuft sehr harmonisch ab. Gute Voraussetzungen insgesamt, die nach Meinung von Lena Stich, Kulturmanagerin des Bezirksamts im Körberhaus, noch ausbaubar sind: „Viele haben Freunde und Bekannte mit Migrationshintergrund, aber somit noch lange nicht den direkten Zugang zu anderen Kulturen.“ Da kommt diese Party, die am 11. Juni um 17 Uhr im Foyer beginnen wird, doch wie gerufen.

Solidarische Spende erbeten

Ob die Falafel-Party einmalig bleibt? „Wir probieren mal, wie es hier so läuft“, sagt Chefredakteur Al Zaher. Vorab wird um Anmeldungen gebeten, und zwar unter koerberhaus.de/Veranstaltungen/Falafelparty. Oder mit einer E-Mail an limo@kohero-magazin.com mit Bezahloption vor Ort. Die Tickets, die eher als eine freiwillige solidarische Spende zu verstehen sind, gibt es in drei unterschiedliche Kategorien beziehungsweise Preisklassen: „kohero kommunity“ (5 Euro), ko-Hero (10 Euro) und Super Hero Ticket (15 Euro). Die leckeren, selbstgemachten Falafel-Sandwiches können je nach Gusto selbst befüllt werden.