Fünfhausen. Nabu Hamburg zeichnet Mädchen und Jungen aus Fünfhausen aus. Was sie zusammen mit Storchenvater Jürgen Pelch für die Vögel tun.

Warme 28 Grad zeigt das Thermometer derzeit im ägyptischen Sharm el Sheikh. Ganz in der Nähe des Urlaubsortes auf der Sinai Halbinsel am Roten Meer hat Storch Jan sein Winterquartier bezogen. Schon dreimal hat der Vogel dort die kalte Jahreszeit verbracht, in den Jahren 2021/22 war er sogar noch weiter bis in den Tschad geflogen. Mithilfe eines Senders lässt sich die Flugroute des Vogels nachvollziehen. Die hat der Nabu Hamburg Jan und elf weiteren Vögeln in den vergangenen Jahren angelegt hat. Davon sind noch sechs Störche geblieben – die anderen sechs Vögel sind verstorben oder gelten als verschollen.

Etwa 3300 Kilometer Luftlinie und gut 30 Grad liegen nun zwischen Storch Jan und seinem Heimat-Horst am Durchdeich. Damit er es hier schöner hat, wenn er im nächsten Frühjahr zurückkehrt, packt die Klasse 2b der Grundschule Fünfhausen-Warwisch jetzt selbst mit an. Warm eingepackt in dicke Jacken und Mützen haben sie gemeinsam mit Storchenvater Jürgen Pelch beim Flechten eines Storchennestes geholfen. Zudem bauen sie Brutkästen für die bedrohten Mauersegler.

Grundschüler aus Fünfhausen sind auch im Winter für den Vogelschutz aktiv

Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Franziska Lohr engagieren sich die Mädchen und Jungen für den Vogelschutz und haben in diesem Jahr die Patenschaft für Jan und seine Partnerin übernommen. In dieser Rolle waren die Grundschüler bereits bei mehreren Fernsehbeiträgen des NDR und bei der großen Storchenbilanz mit Hamburgs Zweiter Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Die Grünen) im Einsatz.

Im nächsten Frühjahr wollen sie dann eine Bestandsaufnahme der Brutvögel auf dem Schulgelände am Durchdeich und rund um das gegenüberliegende Sandbrack machen. Für ihr Engagement haben sie jetzt vom Nabu Hamburg eine Ehrenurkunde bekommen.

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Die letzten Störche haben Hamburg im September verlassen und sind in den Süden gezogen. Von den Senderstörchen halten sich fast alle in Afrika auf. Nur Storch Alexander zieht es jedes Jahr nach Spanien. Er werde auch der erste sein, der von den Störchen mit GPS wieder in einem der Nester der Hansestadt auftauchen wird, prognostiziert Jürgen Pelch. In diesem Jahr war Alexander im Februar in seinem Nest am Altengammer Hausdeich angekommen. Jan folgte Mitte März.

Die Grundschüler aus Fünfhausen-Warwisch bei der Storchenbilanz im Sommer mit Küken.
Die Grundschüler aus Fünfhausen-Warwisch bei der Storchenbilanz im Sommer mit Küken. © BGZ/Diekmann | Lena Diekmann

Bis zur Rückkehr seiner Schützlinge hat Jürgen Pelch noch Zeit, einige ihrer Nester für ihre Ankunft vorzubereiten. Hamburgweit gibt es – vor allem in den Vier- und Marschlanden – rund 50 Storchennester. Sie wurden zuletzt von etwa 40 Storchenpaaren belegt.

Jürgen Pelch entfernt bei der Reinigung die verdichtete Oberfläche des Nestes und ersetzt sie durch wasserdurchlässiges Stroh und Hackschnitzel. Damit wird vermieden, dass die Jungtiere an regenreichen Tagen quasi im eigenen Nest ertrinken. Fünf bis sechs Nester will Pelch bis Januar auf diese Weise sauber machen. (mit dpa)