Körber-Haus

Spielbetrieb in Bergedorfs neuem Theater ist gesichert

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Jan Schubert
Unterschrift mit Bauhelm: Axel Schneider (v. l.), Eva Nemela, Christa Timmermann, Cornelia Schmidt-Hoffmann und Nicole Becker-Kloth freuen sich über den Vertrag zum Spielbetrieb im noch im Bau befindlichen Lichtwark-Theater.

Unterschrift mit Bauhelm: Axel Schneider (v. l.), Eva Nemela, Christa Timmermann, Cornelia Schmidt-Hoffmann und Nicole Becker-Kloth freuen sich über den Vertrag zum Spielbetrieb im noch im Bau befindlichen Lichtwark-Theater.

Foto: Jan Schubert / BGDZ

Der Vertrag für das Lichtwark-Theater im neuen Körber-Haus ist unterzeichnet. Worauf sich Bergedorfs Theaterfreunde freuen können.

Bergedorf. Mögen die Theaterspiele beginnen: Körber-Stiftung, Bezirksamt und die Stäitsch Theaterbetriebs GmbH haben jetzt den Nutzungsvertrag für das Lichtwark-Theater im bald fertigen Körber-Haus unterschrieben. Die Vereinbarung gilt für die nächsten fünf Jahre bis zur Saison 27/28.

Unterzeichnet wurde das Schriftstück in der künftigen Spielstätte (Holzhude 1). „Die Lizenzvergabe ist ein wichtiger Schritt, um das Körber-Haus für ein breites Publikum zugänglich zu machen und einen abwechslungsreichen Theaterbetrieb zu garantieren“, sagt Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann.

Stäitsch wird auch Lichtwark-Theater im Körber-Haus bespielen

Bereits seit dem Jahr 2004 besteht die erfolgreiche Verbindung der Körber-Stiftung mit der Stäitsch im Haus im Park, die nun an neuer Stätte fortgesetzt wird. Das Vertragswerk legt fest, dass sowohl das Bezirksamt als auch auch die Körber-Stiftung pro Jahr jeweils 100 Spieltage die Bühne in dem neuen Haus nutzen können.

Das Bezirksamt selbst realisiert dort unter anderem Jugendtheatertage, Bergedorfer Musiktage, Schulaufführungen wie den Frühlingschor des Hansa-Gymnasiums und weitere bezirkskulturelle Inhalte unter dem Label Studio Lichtwark. 75 Spieltage aus dem Bezirkskontingent bekommt die Stäitsch, weitere sechs das Ohnsorg-Theater, das damit mehr Aufführungen als je zuvor in Bergedorf realisieren kann.

Körber-Stiftung nutzt die Theaterbühne für eigene Projekte

Die Körber-Stiftung nutzt die Theaterbühne im Parterre für eigene Projekt. Sie bietet sie aber auch anderen gemeinnützigen Trägern Bergedorfs an, die dort beispielsweise ihre Tanz- und Laientheatergruppen auftreten lassen können.

„Die verbleibenden Tage des Jahres werden für Auf- und Abbau, Proben und ähnliches genutzt“, erklärt Eva Nemela, Leiterin des Körber-Standorts Bergedorf. Die Stiftung ist im Körber-Haus Hauptmieter des Theaters, verantwortet den Betrieb und stellt der Bergedorfer Verwaltung das Nutzungskontingent zur Verfügung – so agierten die Partner bereits im Theater im Park am Gräpelweg 8.

Intendant Schneider: Neuer Standort ist eine Riesenchance

„Wer kann von sich behaupten, jetzt ein neues Theater bespielen zu dürfen?“, freut sich Intendant Axel Schneider auf die neue Bühne mitten in Bergedorf. Seine Stäitsch ist ein Privattheater und bespielt neben Bergedorf auch das Altonaer Theater, das Harburger Theater sowie die Hamburger Kammerspiele. „Wir kennen das Bergedorfer Publikum gut“, sagt der Intendant und betont: „Ein neuer Standort ist auch immer eine Riesenchance, neben dem bisherigen auch neues Publikum anzusprechen.“

Zwei andere Anbieter waren interessiert, als Partner im Lichtwark-Theater einzusteigen „aber wir wollten auf die langjährige professionelle Erfahrung der Stäitsch zurückgreifen“, sagt Nicole Becker-Kloth, die vonseiten des Bezirksamtes zuständig ist für das Körber-Haus.

Bergedorfs neues Theater: 300 Plätze im Parkett, 158 auf dem Balkon

Trotz Corona und der langsamen Gewöhnung an eine neue Normalität ist gerade das Lichtwark-Theater ein Versprechen für die theatralische Zukunft. 458 Sitzplätze – 300 im Parkett, 158 auf dem Balkon – sollen im Spätsommer montiert werden. Als Theater- und Veranstaltungsgastronomie konnte das Traditionsunternehmen Schmidt und Schmidtchen gewonnen werden, das direkt neben dem Foyer das Café bekommt und alle Mahlzeiten des Tages bedient.

Im Theater dominiert neueste Technik. Die 200 Quadratmeter große Bühne ist beweglich, verfügt über den neuesten Standard an Licht- und Tontechnik und erlaubt Projektions- und Videotechnik auf einer elf Meter breiten Rollleinwand. Auch Breite (20,85 Meter) und Tiefe (9,80 Meter) sind beachtlich.

Moderne Bühnentechnik ermöglicht auch aufwendige Produktionen

Über einen elektrischen Bühnenvorhang, der zwölf Scheinwerferpositionen erlaubt, ist der Aufbau schnellerer Bühnenbilder möglich. Mit dieser Bühnentechnik sei es möglich, auch die „größeren Produktionen“ an Musical, Comedy und Schauspiel nach Bergedorf zu bringen, kündigt Axel Schneider an.

Geplant ist, dass die Theatersaison 22/23 zunächst am alten Standort am Gräpelweg anläuft, Anfang 2023 dann aber ins Körber-Haus umzieht. Intendant Schneider macht Lust auf mehr und weiß aus fast 20-jähriger Zusammenarbeit: „Die Stars kommen gern nach Bergedorf.“ Die Theatersaison 2024 wird dann komplett an der Holzhude gespielt. Die Eröffnung des Körber-Haus ist für Ende 2022 geplant.

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