Wildtierstation

Tierschützer können sich im Bauwagen aufwärmen

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Jan Schubert
Bald soll eine Solaranlage für wohlige Wärme und Licht im Bauwagen sorgen, wo sich (v. l.) Jean Tanger, Ulrich Wolgast, Britta Buhck und Vanessa Haloui jetzt schon wohlfühlen.

Bald soll eine Solaranlage für wohlige Wärme und Licht im Bauwagen sorgen, wo sich (v. l.) Jean Tanger, Ulrich Wolgast, Britta Buhck und Vanessa Haloui jetzt schon wohlfühlen.

Foto: Jan Schubert / BGDZ

Der Bergedorfer Tierschutzverein Looki freut sich über Spenden. Am Sonntag ist Tag der offenen Tür mit geführten Rundgängen.

Hamburg. Viele Bewohner der Wildtierstation des Bergedorfer Tierschutzvereins Looki sind schon im Winterschlaf oder bereiten sich darauf vor. Diese Auszeit in der dunklen Jahreszeit können sich die Menschen, die in der Wildtierstation unterwegs sind und die Bewohner auf zwei oder vier Pfoten versorgen müssen, nicht leisten. So müssen Ehrenamtliche wie der Bergedorfer Schüler Jean Tanger bei Wind und Wetter draußen schuften. Jetzt allerdings haben sie dank der Stiftung Haus im Park (SHiP) und der Buhck-Stiftung einen kleinen Ort zum Rückzug vor den Elementen.

Der in grün gehaltene Bauwagen ist der neue Hit auf dem Gelände, und der zwölfjährige Jean hat fleißig daran mitgeschraubt. Der Siebtklässler und passionierte Reiter, seit zwei Jahren jeden Nachmittag nach der Schule in der Wildtierstation zugegen, hat am Pollhof seine Bestimmung gefunden: „Ich liebe Tiere, füttere sie gern, baue und mache ihre Gehege sauber“, sagt der Jugendliche, der jetzt aber auch mal eine Pause im Trockenen einlegen kann im Bauwagen.

Helfer der Wildtierstation haben jetzt einen eigenen Bauwagen

Britta Buhck aus dem Vorstand der gleichnamigen Stiftung hat die Ausstattung des Bauwagens mit Spinden, Tischen und Stühlen, Werkbank und weiteren Materialien gestiftet. Die SHiP wiederum gab 5000 Euro für das Material dazu. Ein Langzeitprojekt, wie Ulrich Wolgast erklärt: „Eigentlich hatten wir das Geld schon im vergangenen Jahr zugesagt, aber plötzlich wurde es schwierig, Holz zu beschaffen“, so der Mann aus dem Vorstand der ShiP. Er ergänzt: „Die ehrenamtliche Arbeit hier entspricht unserem Förderungszweck par excellence.“ Auch Britta Buhck findet, „dass Lookis Engagement zu unserem Stiftungszweck der Bildung passt“.

Was genau im Bauwagen geschieht: „Hier können wir Kinder für unsere Aufgaben in der Station schulen und die Sachen für den neuen Shop basteln“, erklärt Looki-Chefin Vanessa Haloui den Sinn des Trailers. Denn einen Mini-Laden mit selbst gemachten Schlüsselanhängern, Marmeladen, T-Shirts bis hin zum Abendbrot-Brettchen gibt es jetzt auch. Dazu weitere Gehege und einen Schafstall. Tiere in Hülle und Fülle – Haloui träumt mal etwas lauter: „Irgendwann brauchen wir einen festangestellten Tierpfleger und würden uns die Unterstützung der Stadt wünschen.“ Eine Kooperation mit dem Tierheim Süderstraße komme indes nicht in Frage, denn Bergedorfs Tierschützer schätzen es, eine autarke Organisation zu sein.

Tag der offenen Tür am Pollhof in Bergedorf

Die Stadt der Tiere nahe der A 25 wächst dennoch weiter und weiter: Neueste Mitglieder der Looki-Familie sind „Daisy“, „Donald“ und „Gundel“, drei Laufenten, für die auch vom jungen Jean innerhalb kürzester Zeit ein eigenes Gatter mit Swimmingpool gebaut wurde. Allerdings ist das quakende Trio etwas menschenscheu.

Insofern könnten Besucher am Sonntag, 24. Oktober, beim Tag der offenen Tür am Pollhof für leichtes Unbehagen beim Erpel und seinem weiblichen Gefolge sorgen. Looki will sich selbst präsentieren und hat befreundete Organisationen wie Einhorn aus Reinbek, den Tierschutz Mölln und auch die Tiertafel Nordheide eingeladen.

Vanessa Haloui und Mitstreiter wollen alles zeigen, was da ist, bieten dazu geführte Rundgänge an, die vielleicht Lust auf ein Engagement machen. Ein Leierkastenmann und eine „Hau den Lukas!“-Station sorgen für weitere Abwechslung. Beginn ist um 14 Uhr, es gilt die Maskenpflicht.

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