Stolperfallen

Bergedorfer Seniorenbeirat fordert Parkzonen für E-Roller

| Lesedauer: 3 Minuten
Anne K. Strickstrock
Sie engagieren sich seit Jahren im Bergedorfer Seniorenbeirat – und wünschen sich doch mehr Beachtung von den Lokalpolitikern (v. l.): Peter Puhle, Wilfried Acht und Karin Rogalski-Beeck.

Sie engagieren sich seit Jahren im Bergedorfer Seniorenbeirat – und wünschen sich doch mehr Beachtung von den Lokalpolitikern (v. l.): Peter Puhle, Wilfried Acht und Karin Rogalski-Beeck.

Foto: strickstrock / BGZ

In Bergedorf gibt es zu viele Stolperfallen, kritisiert das Gremium. Für Oberbillwerder fordert es ein Pflegeheim – mittendrin.

Hamburg.  Coronabedingt verschoben, darf sich noch bis zum 19. August melden, wer sich im Bergedorfer Seniorenbeirat engagieren will – für eine vierjährige Legislaturperiode, die am 1. Oktober beginnt. Insgesamt werden zunächst elf Menschen gewählt, aber „wir können bis 19 aufstocken“, erklärt Karin Rogalski-Beeck, die dem aktuellen Beirat vorsteht – und viele Aufgabenfelder im Bezirk ausmacht.

Es brauche großen Einsatz für das geplante Hospiz am Gräpelweg, zudem müsse mehr auf Geh- und Sehbehinderte geachtet werden sowie auf die Finanzierung von Pflegeheimplätzen. Am 27. und 30. Juli wollen die Senioren jeweils von 10 bis 13 Uhr vor der Kirche St. Petri und Pauli um neue Mitstreiter werben. Sie können auch gern anrufen unter 0160/534 08 18.

Bergedorfer Seniorenbeirat als Störenfriede wahrgenommen

„In Politik und Verwaltung werden wir oft als Störenfriede wahrgenommen“, echauffiert sich Karin Rogalski-Beeck – ebenso wie Peter Puhle (77): „Die Politiker in der Bezirksversammlung sind oft sehr herablassend.“ So etwa zuletzt, als eine Fahrradstraße beschlossen wurde, die durch die Fußgängerzone zwischen Kirche und Kreisel führen soll.

„Man muss bitte auch die Fußgänger bedenken“, warnt der Beirat, der überdies viele Fußwege als zu schmal empfindet und uneben: Die Pflasterung vor dem Marktkauf-Center sei eine Stolperfalle ebenso wie das Kopfsteinpflaster vor St. Petri und Pauli.

Beschwerden über zahlreiche Stolperfallen im Bezirk Bergedorf

„Außerdem“, so die 75-Jährige, „laufen aktuelle Beschwerden über den Röpraredder, wo Baumwurzeln die Platten hochheben, der nachgegossene Teer aber auch nicht ebnend wirkt: Das bleibt für Hackenporsche und Rollator eine Buckelpiste.“ Nicht zuletzt seien die Wege oft zugestellt, störten Blumenkästen oder auch abgestellt E-Roller, für die es „besser mal ausgewiesene Parkplätze geben müsste“.

Bei Straßenarbeiten gebe man durchaus acht, betont Wilfried Acht, der sich seit 18 Jahren im Beirat engagiert: „Wenn Bordsteinkanten abgesenkt werden, sollten am besten weiße Noppenplatten eingesetzt werden“, sagt der 77-Jährige.

Gesetzentwurf zur Entlastung stationär Versorgter sei unzureichend

Ein weiteres großes Thema sei die Ausstattung der Bergedorfer Wohn-Pflege-Einrichtungen mit WLAN sowie die Bezahlbarkeit der Plätze: Das Moosbergheim, betrieben durch Pflegen & Wohnen, könnte „über die Deutsche Wohnen an Vonovia verkauft werden und damit hohe Investitionskosten auf die Bewohner umlegen“, fürchtet Rogalski-Beeck.

Sie schaut auch kritisch auf einen Gesetzentwurf zur Entlastung stationär Versorgter: „Wenn das nächstes Jahr greifen soll, profitiert kaum jemand.“ Denn im ersten Jahr liege der Zuschuss zum Eigenanteil bei fünf Prozent, im zweiten bei 25 Prozent, gefolgt von 45 Prozent im dritten und 70 Prozent im vierten Jahr: „Das ist aber doch Augenwischerei, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Verweildauer bei nur 18 Monaten liegt“, kritisiert der Seniorenbeirat.

Forderung nach einem Pflegeheim in Oberbillwerder

Aber durchaus auch Positives gebe es zu berichten, denn zum einen freue man sich auf das eigene, 58 Quadratmeter große Büro im neuen Körber-Haus. Zum anderen habe es eine erste Videokonferenz mit der künftigen Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann (SPD) gegeben: „Sie hat uns zugesagt, dass wir uns ein- bis zweimal jährlich zum Jour fixe treffen und wichtige Themen besprechen. Dazu gehört etwa unsere Forderung nach einem Pflegeheim in Oberbillwerder – und zwar nicht am Rand, sondern mittendrin.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf