Corona-Pandemie

Kontaktverfolger für Bergedorf ziehen in alten Musikladen

41 Stühle stehen schon in der Zentrale zur telefonischen Corona-Kontaktverfolgung, Sebastian Kloth (li.) und Ulf von Krenski packen an

41 Stühle stehen schon in der Zentrale zur telefonischen Corona-Kontaktverfolgung, Sebastian Kloth (li.) und Ulf von Krenski packen an

Foto: Jan Schubert

Zahl der Neuinfizierten steigt in Bergedorf wieder leicht. Bezirksamt setzt in der Corona-Bekämpfung nun 41 neue Mitarbeiter ein.

Hamburg. Während Hamburgs Corona-Inzidenzwert seit Tagen sinkt, steigt in Bergedorf die Zahl der Neuinfizierten wieder leicht. Auf 100.000 Einwohner berechnet waren es in den sieben Tagen bis Montag dieser Woche 129,74 gemeldete Fälle im östlichsten Bezirk.

Damit liegt Bergedorf zwar knapp unter den 131,7 von ganz Hamburg, aber im Vergleich der sieben Bezirke nur im Mittelfeld. Am höchsten ist der Wert im Bezirk Mitte, wo sich rechnerisch 204,28 Menschen je 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche neu mit Corona angesteckt haben. Hoch sind die Werte auch in Harburg (158,77) und Hamburg bevölkerungsreichstem Bezirk Wandsbek, der aktuell 144,44 meldet. Am wenigsten betroffen ist derzeit Eimsbüttel (85,0), gefolgt von den Bezirken Nord (103,3) und Altona (105,35).

Bergedorfer Gesundheitsamt: neue Mitarbeiter für Corona-Kontaktverfolgung

Insgesamt versuchte das Bergedorfer Gesundheitsamt vergangene Woche, Kontaktpersonen von 169 neuen Corona-Fällen nachzuverfolgen. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie infizierten Bergedorfer liegt mittlerweile bei 1222 oder 0,94 Prozent seiner 130.260 Einwohner.

Stichwort Kontaktverfolgung: Diese soll nun verbessert und optimiert werden. Dazu hat Bergedorfs Verwaltung 41 neue Mitarbeiter bis Mitte 2021 befristet eingestellt. Ausgewählt aus 300 Bewerbern nach öffentlichem Aufruf in unserer Zeitung. Nun ist für die Aufgabe der passende Ort gefunden: Das „Bergedorfer Kontaktnachverfolgungszentrum“ wird an der Stuhlrohrstraße im seit 2018 leerstehenden Geschäft des ehemaligen Musik von Merkl eingerichtet. Erster Arbeitstag ist kommender Freitag.

Auf 20.000 Einwohner entfallen 8,8 Kontaktnachverfolger

1200 Quadratmeter, 41 Arbeitsplätze und viel Sachverstand: „Was uns freut: Alle neuen Mitarbeiter haben einen medizinischen Hintergrund“, verrät Bergedorfs Bezirksamtssprecher Dr. Sebastian Kloth. Diese werden aktuell noch in Gesprächsführung sowie im Umgang mit dem Pandemie-Manager geschult. Dennoch wird auch ärztliches Personal zur Anleitung und zur Fall-Beurteilung anwesend sein, um beispielsweise häusliche Quarantänen anzuordnen.

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Damit hat das Bergedorfer Gesundheitsamt sein Personalvolumen auf 57,49 Stellen in der Corona-Kontaktverfolgung aufgestockt. 33,14 Stellen werden nun nach dem öffentlichen Aufruf von Externen besetzt. Elf Stellen kommen aus dem Bestand der Bundeswehr hinzu, der Rest aus eigenen Ressourcen und Reservekräften. Das bedeutet nach Berechnungen des Bezirksamts: Auf 20.000 Einwohner entfallen 8,8 Kontaktnachverfolger.

Ehemaligen Räume von Musik von Merkl bis Ende 2021 angemietet

Gegenwärtig wird im ehemaligen Musik von Merkl noch eingerichtet, die Technik angeschlossen und – wichtig – die Einteilung der Arbeitsschichten abgeklärt. Denn 41 Mitarbeiter gleichzeitig am Telefon möchten die Planer vermeiden. Sebastian Kloth hebt noch einmal die Vorteile des Standorts hervor: „Wir haben hier kurze Wege zum Gesundheitsamt am Weidenbaumsweg, außerdem genug Platz für Teambesprechungen.“

Zuletzt war im ehemaligen Instrumenten-Fachgeschäft im Februar 2020 die Wahldienstelle zur Bürgerschaftswahl eingerichtet gewesen. Das Bezirksamt hat jetzt die Räume zunächst bis Jahresende 2021 gemietet, „weil wir im Spätsommer hier auch gern zur nächsten Bundestagswahl wieder eine Dienststelle einrichten würden“, sagt der stellvertretende Bezirksamtsleiter Ulf von Krenski. Vorausgesetzt, das Virus ist bis dahin unter Kontrolle.

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