Lohbrügge

Die große Angst der Radfahrer auf dem neuen Binnenfeldredder

Gestern Morgen auf dem Binnenfeldredder: Gefolgt von einem Lkw nutzt ein Radfahrer vorschriftsmäßig den Schutzstreifen.

Gestern Morgen auf dem Binnenfeldredder: Gefolgt von einem Lkw nutzt ein Radfahrer vorschriftsmäßig den Schutzstreifen.

Foto: Ulf-Peter Busse

Bergedorfs Politik streitet über den Sinn von Nachbesserungen auf dem Binnenfeldredder in Lohbrügge. Planer in Ausschuss geladen.

Lohbrügge. Zumindest CDU und Linke sind überzeugt: Die Angst fährt mit bei vielen Senioren, die auf dem neugestalteten Binnenfeldredder radeln – und auch bei etlichen Schülern oder zumindest deren Eltern. Für die Koalition aus SPD, Grünen sowie FDP ist die Flucht der Radfahrer vom modernen Schutzstreifen auf der Fahrbahn hinauf zum schmalen Fußweg dagegen kein Thema. Und die AfD sieht für die Radler auf der engen Straße zwar eine Gefahr durch Lkw, „aber die Autofahrer halten hier stets vorschriftsmäßig Abstand“, befand Fraktionschef Reinhard Krohn im jüngsten Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung.

Wie die Lage wirklich ist und was für ein besseres Sicherheitsgefühl der Radfahrer sorgen könnte, soll nun in der nächsten Sitzung Mitte Oktober ein Referent des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer erläutern. Der LSBG war für den im Frühjahr freigegebenen Umbau verantwortlich. „Heute wird der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von 1,50 Metern beim Überholen der Radfahrer sehr oft nicht eingehalten“, meint CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh. „Darauf muss ebenso reagiert werden, wie auf die Situation in den beiden neuen Kreisverkehren, wo die Radler einfach so im Autoverkehr mitschwimmen – ohne Schutzstreifen.“

LSBG plant keine Nachbesserungen am Binnenfeldredder

Dr. Reinhold Reumann (Grüne) sieht keinen Handlungsbedarf: „Im Kreisverkehr wirken die Radfahrer als erwünschte Geschwindigkeitsbremser“ und auf dem restlichen Binnenfeldredder sei die Situation auch nicht gerade dramatisch. Eine wirkliche Nachbesserung sei weder nötig noch realistisch: „Soll wirklich etwas verändert werden, muss der ohnehin sehr schmale Binnenfeldredder entweder zu Einbahnstraße erklärt oder auf einer Seite ganz auf den Fußweg verzichtet werden. Die dritte Möglichkeit wäre, Teile der angrenzenden Grundstücke zu enteignen und zur Verbreiterung der Straße viele Bäume zu fällen. Das will niemand.“

So sieht es auch der LSBG. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Sprecher Henning Grabow gestern: „Nachbesserungen sind von unserer Seite keine geplant.“ Auch der Einbau sogenannter „Protection-Elemente“ – Markierungen, die beim Überfahren gut hörbare Geräusche erzeugen – sei für den Schutzstreifen des Binnenfeldredders kein Thema. Obwohl sie mit dem Radentscheid des rot-grünen Senats jetzt Standard moderner Hamburger Straßenplanung sind.

2021/22 schließt sich Umbau des weiteren Straßenverlaufs an

Anders verhält es sich bei der gerade laufenden zweiten Umbauphase des Straßenzugs im Bereich Habermannstraße/Am Beckerkamp: „Dort wird die ehemals vierspurige Straße auf zwei Kfz-Streifen zurückgebaut“, so Henning Grabow. „Das bietet genügend Platz, um jeweils richtige Radstreifen zu bauen, die mit 2,25 Metern viel breiter sind und deren Trennstreifen zur Fahrbahn von Pkw und Lkw auch gar nicht überfahren werden dürfen.“

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Dieser Abschnitt werde „Ende des Jahres“ dem Verkehr übergeben. 2021/22 schließe sich dann der Umbau des weiteren Straßenverlaufs bis zur Bergedorfer Straße an. „Dessen Planung ist von uns gemäß den Vorgaben des Radentscheids nochmal überprüft, mit der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende sowie der Verkehrsdirektion neu abgestimmt und leicht überarbeitet worden.“