Prominente Baustelle

Das Bergedorfer Tor wächst nun in die Höhe

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Jan Schubert
Zuversicht in der Baugrube: Markus Knoke (Bergedorf-Bille, v. li.) mit den Bauverantwortlichen Michael Knoth und Brar Braren.

Zuversicht in der Baugrube: Markus Knoke (Bergedorf-Bille, v. li.) mit den Bauverantwortlichen Michael Knoth und Brar Braren.

Foto: Jan Schubert

Bergedorf-Bille startet ab Montag mit Rohbau. Begonnen wird mit dem künftigen Verwaltungsgebäude. Einzugstermin ist im Jahr 2022.

Bergedorf. Der 45-Meter-Kran, der direkt an der B 5 neben dem Fachmarktzentrum in die Höhe ragt, ist das Symbol des endlich sichtbaren Baustarts für das Bergedorfer Tor. Eine Traglast von acht Tonnen soll dieser Stahlkoloss, der eine Hängehöhe von 50 Metern besitzt, aushalten können. Mit der Aufstellung des Krans geht die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille ab nächster Woche den ersten Rohbau für das Gebäude an, in dem spätestens in zwei Jahren unter anderem ihre neue Verwaltungszentrale eröffnen soll.

Bauleiter Brar Braren blickt gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Knoth zufrieden in den Abschnitt des Baufelds 1, in dem auf Hochtouren gearbeitet wird: „Jetzt ist der Beton ausgehärtet, sodass der Kran aufgestellt werden kann. Am Montag starten wir dann mit dem ersten Rohbau.“

2000 Quadratmeter für gewerbliche Mieter

Genauer gesagt entsteht hier die Zukunft der Bergedorf-Bille. Die neue Verwaltung der Baugenossenschaft wird auf drei Etagen (2700 Quadratmeter Nutzfläche) unterbracht. Die anderen drei Etagen mit insgesamt 2000 Quadratmetern sind für gewerbliche Mieter reserviert. Zudem stehen den Mitarbeitern im Haus insgesamt 112 Tiefgaragenplätze zur Verfügung.

Das Dauerproblem bleibt das Grundwasser in den Baugruben, das die Standfestigkeit der Gebäude beeinflussen kann: „Es muss abgesenkt werden, damit wir dort überhaupt arbeiten können“, weiß Markus Knoke von der Bergedorf-Bille, „unser Baufortschritt hängt sehr vom Grundwasserspiegel ab. Wir dürfen diesen auch nicht beliebig absenken.“

82 Wohnungen und drei WG’s

Dennoch: Laut Braren und Knoke soll sich bis zum Jahresende noch eine Menge tun. Denn es werden noch zwei weitere Kräne im Spätsommer und im Herbst 2020 aufgestellt, die andere Bereiche des Bille-Baufelds abdecken werden. Zur Seite der Stuhlrohrstraße entstehen insgesamt 82 Wohnungen (50 bis 95 Quadratmeter), zudem drei Wohngemeinschaften für den Verein Leben mit Behinderung – macht 5900 Quadratmeter Wohnfläche. Hier ist der Beginn des Rohbaus laut Bauleiter Braren „in vier bis fünf Monaten“ vorgesehen.

Der Vorhabenträger und Hauptinvestor, die Projektgesellschaft Bergedorfer Tor (PG BETO), peilt nach Auskunft von Geschäftsführer Karl-Friedrich Konietzky den 4. Mai als Start für den Tiefbau in seinem Arreal an. Noch in diesem Jahr solle die Baugrube für fertigstellt werden – wenn das Bezirksamt Bergedorf bis zum 28. April einer Änderung des Durchführungsvertrages zum Bebauungsplan Bergedorf 112 zustimmt: „Das passiert alles erst, wenn wir Rechtssicherheit haben“, so Konietzky auf Anfrage unserer Redaktion.

Projektgesellschaft will rechtliche Absicherung

Es gehe insbesondere um Anpassung der Fristen im Hinblick auf das Gesamtbauvorhaben Bergedorfer Tor, die sich aufgrund der generellen Verzögerung zwingend ergaben. Nur mit rechtlicher Absicherung könne er guten Gewissens millionenschwere Bauaufträge an Unternehmen vergeben, so Konietzky.

Das Baufeld der PG BETO ruhte seit Februar 2018. „Wir haben bei Baugrunduntersuchungen alles Mögliche im Erdreich gefunden und mussten uns bundesweit auf Deponiesuche begeben, um die nach Schadstoffklassen deklarierten Aushubböden auch fachgerecht entsorgen zu können“, führt Konietzky dazu aus. Unter anderem sollen unter dem ehemaligen, mittlerweile abgerissenen Postgebäude teilweise Farb- und Bauschuttreste liegen.

Insgesamt sind auf dem 11.232 Quadratmeter großen Grundstück fünf Gebäude vorgesehen, neben den erwähnten Nutzungen sind Flächen für Büros, Einzelhandel. Gastronomie, medizinische und Pflege-Angebote geplant.

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