Weidenbaumsweg

Wie Hamburg die Pläne für eine Kreuzung durchkreuzt

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Das frühere Europcar-Gelände soll neu vermietet werden.

Das frühere Europcar-Gelände soll neu vermietet werden.

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Gezerre um ein städtisches Grundstück: Bergedorf will hier eine Kreuzung ausbauen, Hamburg will das Grundstück vermieten.

Bergedorf.  Lange Zeit bot die Firma Europcar auf diesem städtischen Gelände ihre Autos zur Vermietung an. Und mehrere Jahre lang stand der Grundstücksstreifen an der Kreuzung Sander Damm/Weidenbaumsweg immer dann im Fokus, wenn es um Ausbau und Ertüchtigung dieser Kreuzung ging, um den zunehmenden Autoverkehr aus den Neubaugebieten am Weidenbaumsweg zu bewältigen. Jetzt ist die Fläche seit einigen Wochen leer. Anstatt sie aber für einen baldigen Kreuzungsausbau zu nutzen, sucht die Stadt Hamburg mit ihrem Landesbetrieb Immobilien und Grundstücke (LIG) nun einen neuen Mieter für das Grundstück, das sie vorsorglich hat einzäunen lassen.

Gespräche mit Mietinteressenten

„Der LIG befindet sich in ersten Gesprächen mit Mietinteressenten, vom Bezirk Bergedorf liegt keine Anfrage zur Inanspruchnahme der Fläche vor“, lässt der Sprecher der Finanzbehörde, Claas Ricker, auf Anfrage wissen.

Fläche wird für Kreuzung gebraucht

Dabei ist es laut Bergedorfs Tiefbauchef Joachim Bruschke durchaus möglich, dass der ehemalige Europcar-Streifen für einen Kreuzungsausbau gebraucht wird. Allerdings geht es mit der Planung dieses Knotenpunkts nicht gerade zügig voran. Zwar wollte die Hansestadt Hamburg schon vor mehr als zwei Jahren eineinhalb Millionen Euro dafür bereitstellen. Mangels reifer Planung wies die Bezirksversammlung dies aber zurück. Damals war gerade das Vorhaben geplatzt, hier einen Kreisverkehr anzulegen. Das Hamburger Planungsbüro Argus hatte vorgerechnet, dass diese Lösung den Verkehrsfluss eher behindern als ihm förderlich sein würde.

Innenbehörde lehnt kleinere Lösung ab

Nächstes Kapitel der Planungsgeschichte war eine deutlich kleinere Lösung, die tatsächlich ohne die städtische Fläche ausgekommen wäre: Auf dem nördlich angrenzenden Grünstreifen sollte eine Einfädelspur für Rechtsabbieger aus dem Weidenbaumsweg in den Sander Damm Richtung Autobahn entstehen. „Das lehnt die Innenbehörde ab“, berichtet Bruschke. Von dort wird eine größere Lösung gefordert, die auch die Linksabbieger in den Weidenbaumsweg berücksichtigt, die 30 Meter südlich aus der Straße Am Güterbahnhof kommen. Dass überall hier möglichst bald großräumig Verkehr durchfließen soll, hat sich zum LIG mit seiner Europcar-Fläche offenbar noch nicht herumgesprochen.

„Ausgesprochen kontraproduktiv“

„Ich hatte nach der Sommerpause mit einem neuen Entwurf gerechnet“, ärgert sich CDU-Verkehrspolitiker Jörg Froh. „Dass nun dieses Grundstück anders genutzt werden soll, ist ausgesprochen kontraproduktiv.“

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