Bergedorfer Straße

Vier Sekunden mehr Grün gegen den Feierabendstau

In der Kritik: Die Ampel hinter der Eisenbahnbrücke, an der Kreuzung Weidenbaumsweg (hinten) zeigt im Feierabendverkehr zu wenig Grün. Die Radlerampel im Vordergrund gilt als unproblematisch.

In der Kritik: Die Ampel hinter der Eisenbahnbrücke, an der Kreuzung Weidenbaumsweg (hinten) zeigt im Feierabendverkehr zu wenig Grün. Die Radlerampel im Vordergrund gilt als unproblematisch.

Foto: Jan Schubert

Bergedorf. Die Problem-Ampel am Weidenbaumsweg soll umprogrammiert werden. Test startet schon zu Ostern.

Bergedorf. . Der Dauerstau im Berufsverkehr scheint programmiert. Es gelingt aber auch sonst kaum einem Autofahrer, die sechs Ampeln auf der B 5 zwischen Sander Damm und Vierlandenstraße zu passieren, ohne dass er anhalten muss – häufig mehrfach. Grüne Welle? Glückssache. Für die Staus zum Feierabend macht der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) die Ampel hinter der Eisenbahnbrücke am Weidenbaumsweg verantwortlich. Hier wird „Optimierungspotenzial“ gesehen, wie Karsten Paulssen als Vertreter des LSBG im Verkehrsausschuss ausführte.

Nur ein bis zwei Pkw mehr

Bis zu vier Sekunden längere Grünphasen je nach Verkehrsanforderungen an der Lichtzeichenanlage Weidenbaumsweg-West sollen die Stauanfälligkeit in diesem Sektor verringern. In Zahlen: Ein bis zwei Pkw pro Fahrstreifen könnten je Ampelphase mehr passieren. Diese Umstellung soll zeitnah über die Bühne gehen: „Über Ostern besteht die Chance, die Umprogrammierung auszuprobieren“, kündigte Paulssen an.

Abbiegespur als Problemquelle

Die Stelle ist tatsächlich komplex: Der Linienbusverkehr aus dem südlichen Teil des Weidenbaumswegs auf die Bergedorfer Straße stellt Anforderungen. Ebenso wie der Autoverkehr, der nach links von der B 5 zum Bahnhof abbiegen möchte: Hierfür muss gewährleistet sein, dass die Anzahl wartender Autos auf der dafür vorgesehenen Abbiegespur zwischen den Lichtzeichenanlagen Weidenbaumsweg-West und -Ost nicht den Verkehr auf der B 5 blockiert. Um all dies zu erreichen, wurden mehrere Detektorschleifen im Kreuzungsbereich integriert. Paulsen: „Das würde ich nicht ändern. Es funktioniert gut, dort ist kein Unfallschwerpunkt.“

Fußgängerampel zeigt genug Grün

Zunächst war die 2016 errichtete Fußgängerampel in Verlängerung der Kurt-A.-Körber-Chaussee als Staufaktor ausgemacht worden. Das schließt der LSBG inzwischen aus. Begründung: 63 Sekunden betrage die Grünphase für Autofahrer, elf Sekunden für Fußgänger (plus elf Sekunden Räumzeit).

Doppelbelastung durch Sander Damm

„Die Verkehrsabhängigkeiten sind in dem Bereich recht interessant“, sagt Paulssen. Hauptproblem aus Sicht des LSBG: Wer aus Lohbrügge an der Kreuzung Sander Damm nach links gen Bergedorf abbiegt, bleibt nach wenigen Metern an der Fußgängerampel vor Bergedorfs größtem Park+Ride-Haus stehen. Der aus Hamburg kommende Verkehr stößt anschließend auf die dort bereits stehenden Autos. Wenn im weiteren Verlauf die Ampel Weidenbaumsweg-West ebenfalls „Rot“ zeigt, staut sich der Verkehr noch weiter.

Fehlendes Verkehrskonzept

Paulssen wurde auch zu möglichen Problemen durch die neuen Wohngebiete im Bezirk befragt – und äußerte eine düstere Prognose: „Das könnte problematisch werden." Aus Paulssens Sicht fehlt Bergedorf ein ganzheitliches Verkehrskonzept: „Fehlender Platz kann nicht durch Technik ersetzt werden.“