Bergedorfer Straße

Neuer Blitzer an der B5 erwischt 1000 Raser mehr

| Lesedauer: 3 Minuten
Christina Rückert
Seit 13. Juli 2017 sind die Blitzgeräte an der Bergedorfer Straße in Betrieb. Hier die Anlage in Höhe Heckkatenweg.

Seit 13. Juli 2017 sind die Blitzgeräte an der Bergedorfer Straße in Betrieb. Hier die Anlage in Höhe Heckkatenweg.

Foto: Tim Schreiber / BGZ

Bergedorf. Die Zahlen der ersten Monate zeigen: Viele Autofahrer unterschätzen die Möglichkeiten der neuen Technik.

Bergedorf.  Kurz vor der B 5-Kreuzung Heidhorst und einige Kilometer weiter vor dem Heckkatenweg treten ortskundige Autofahrer stets artig auf die Bremse: Denn dort stehen die beiden stationären Blitzanlagen des Bezirks. Und seit dem Sommer ist einmal mehr Vorsicht geboten – damals wurden die alten Starenkästen durch neue Laserblitzer ersetzt. Wie effizient diese sein können, zeigen nun die neuen Zahlen. So wurden am Heckkatenweg mit dem neuen Blitzer im zweiten Halbjahr fast 1000 Temposünder mehr erfasst als im ersten Halbjahr.

Tempoverstöße schon in großer Entfernung erfasst

Die neuen Laserblitzer nahmen am 13. Juli ihre Arbeit auf. Sie funktionieren etwas anders als die alten Starenkästen, die über Kontaktschleifen im Boden ausgelöst wurden: Der neue „TraffiStar“ wirft eine Art Laserteppich auf die Fahrbahn und erfasst Tempoverstöße so in deutlich größerer Entfernung und auch bei parallel oder kurz hintereinander fahrenden Autos.

Höhe Heckkatenweg Tempo 50 km/h sehr oft überschritten

Am Heckkatenweg (Tempo 50) rechneten damit offenbar nicht alle Autofahrer: Während die alte Anlage bis Ende Mai nur 2091-mal auslöste, waren es beim „TraffiStar“ ab 13. Juli bis Anfang Dezember bereits 3073 Auslöser. Und auch im Detail zeigte sich, dass mehr Autofahrer zu schnell waren. Im ersten Halbjahr waren 56 Fahrer im Bußgeldbereich unterwegs (ab 21 km/h zu viel), 1252 im Verwarngeldbereich (bis 20 km/h). Mit dem neuen Laserblitzer bekamen 112 Fahrer einen Bußgeldbescheid, 1934 ein Verwarngeld. Die Differenz zur noch deutlich höheren Zahl der Auslösungen erklärt sich unter anderem durch Rettungswagen, Testfotos oder Autos beziehungsweise Fahrer, die nicht zu identifizieren waren.

Blitzer am Heidhorst in Boberg erfasst 3066 Raser

Im Bereich Heidhorst (Tempo 70) war der Unterschied hingegen nicht so groß. Im ersten Halbjahr wurden 3198 Schnellfahrer erfasst, 1610 im Verwarngeld-, 148 im Bußgeldbereich. Der neue Blitzer ertappte bis 4. Dezember „nur“ 3066 Raser, von denen 1906 ein Verwarngeld bekamen und 142 ein Bußgeld.

Keine ungewöhnlichen Zahlen, meint ein Mitarbeiter des Landesbetriebs Verkehr, der die Blitzer verwaltet: „Auch bei neu errichteten Anlagen gehen die Vorgangszahlen ungefähr nach drei Monaten zurück. Dann wissen alle, die regelmäßig dort fahren, dass sie bremsen müssen.“ Bei altbekannten Standorten, wie denen in Bergedorf, sei der Effekt eben noch schneller da.

Neue Anlagen zählen 250 000 Autos mehr pro Halbjahr

Zudem liefern sie noch andere statistische Daten wie die Zahl aller Autos, die sie passieren. Hier zeigt sich ein interessantes Bild: Die alten Anlagen erfassten im ersten Halbjahr 2,72 Millionen Durchfahrten in Höhe Heidhorst und 1,16 Millionen am Heckkatenweg. Die neuen Blitzer ergaben in einem ähnlichen Zeitraum deutlich höhere Zahlen: 2,99 Millionen Autos in Heidhorst und 1,77 Millionen am Heckkatenweg. Noch ist unklar, ob die alten Anlagen vielleicht ungenau arbeiteten – oder ob deutlich mehr Autofahrer als bekannt auf der Bergedorfer B 5 unterwegs sind.

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