Stuhlrohrquartier

1400 Unterschriften gegen Hochhaus-City

| Lesedauer: 2 Minuten
Thomas Voigt
Die Bürgerinitiative "Bergedorf stellt alles in den Schatten – für ein lebenswertes Stuhlrohrquartier" hat weit mehr als die erforderlichen 959 Stimmen zusammen. Hier die Organisatoren Jens Hamburger (60), Heidi Schumacher (54) und Morlen Gohl (37).

Die Bürgerinitiative "Bergedorf stellt alles in den Schatten – für ein lebenswertes Stuhlrohrquartier" hat weit mehr als die erforderlichen 959 Stimmen zusammen. Hier die Organisatoren Jens Hamburger (60), Heidi Schumacher (54) und Morlen Gohl (37).

Bergedorf. Initiative zur maßvollen Bebauung des Stuhlrohrquartiers erzielt mit Bürgerbegehren ersten Erfolg. Buwog-Pläne ruhen.

Bergedorf. Der erste Schritt ist getan für die Bürgerinitiative Stuhlrohrquartier. Heute um 8.30 Uhr überreichen die Initiatoren im Zuge ihres Bürgerbegehrens im Rathaus eine Liste mit mehr als 1400 Unterschriften an Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. Darin fordern die Unterzeichner, dass die Wohnbebauung im citynahen Planungsgebiet Stuhlrohrquartier nicht wie derzeit vorgesehen acht-, sondern nur fünfgeschossig wird – wie in den 300 Meter südlich gelegenen Glasbläserhöfen, die überwiegend fertiggestellt sind. Auf sein 20-Etagen-Hochhaus auf dem rund fünf Hektar großen Areal soll der österreichische Investor Buwog ganz verzichten und zudem die Planung von 0,4 Stellplätzen pro Wohnung auf 0,8 Stellplätze verdoppeln.

Unterschriftensammlung geht weiter

„Mit dieser ersten Unterschriftenliste haben wir erreicht, dass zunächst keine unserem Bürgerbegehren entgegenstehenden Entscheidungen mehr getroffen werden dürfen“, sagt Jens Hamburger von der Bürgerinitiative. Genau 959 gültige Unterschriften waren dafür nötig – das entspricht einem Prozent der Wahlberechtigten im Bezirk. „Wir haben aber ein paar Hundert Unterschriften mehr gesammelt, weil Leute möglicherweise mehrfach unterschrieben haben oder gar nicht im Bezirk Bergedorf wohnen.“

Nächstes Ziel der Bürgerinitiative ist die Marke von fast 3000 Unterschriften. Bis Ende Mai haben die Hochhaus-Gegner Zeit, diese zu sammeln. Haben bis dahin drei Prozent der Wahlberechtigten im Bezirk unterschrieben – das entspricht 2877 Unterschriften –, ist der Weg frei für einen Bürgerentscheid, der zur Abstimmung durch die Bergedorfer führen könnte.

Planungen für Stuhlrohrquartier ausgesetzt

Laut Bezirkssprecher Dr. Sebastian Kloth haben Politik und Verwaltung die Vorgaben der ersten Unterschriften-Stufe bereits erfüllt: „Die Planungen für das Quartier sind ausgesetzt, die Ergebnisse der öffentlichen Plandiskussion vom November haben wir nicht an die politischen Ausschüsse weitergegeben.“ Stattdessen gab es im Dezember einen runden Tisch unter anderem mit dem Bezirksamt, der Initiative, den benachbarten Grundeigentümern und der Buwog. Ein zweites Treffen ist für Ende Januar vorgesehen.

Verwaltungsdezernent Ulf von Krenski baut auf diese Brücke: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir am runden Tisch eine Einigung mit allen Beteiligten finden. Den ersten Unterschriften-Erfolg der Initiative nehmen wir sportlich und setzen auf weitere Gespräche.“ Von Krenski bezeichnete es als fraglich, ob Investor Buwog bei einer annähernden Halbierung der anfänglich vorgesehenen Zahl von 1100 Wohnungen noch Interesse an dem Vorhaben hat: „Und selbst bei einem erfolgreichen Bürgerentscheid könnte der Senat noch im Sinne des Investors entscheiden.“

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