Ampeln abschalten

Ärger über nächtliches „Rotlicht“

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Jan H. Schubert
Auch diese Ampel am Nettelnburger Landweg könnte auf dem nächtlichen Prüfstand stehen.

Auch diese Ampel am Nettelnburger Landweg könnte auf dem nächtlichen Prüfstand stehen.

Foto: Tim Schreiber / BGZ

Bergedorf. Eine Warterei, die Autofahrer wie Anwohner gewaltig nervt und umweltschädlich ist. CDU spricht sich für mehr abgeschaltete Ampeln aus.

Bergedorf.  Autofahrer kennen das Ärgernis: Da stehen sie mitten in der Nacht an einer roten Ampel, weit und breit sind weder Fußgänger noch andere Fahrzeuge zu sehen – und erst nach Minuten springt die Lichtzeichenanlage endlich um! Die Bergedorfer CDU möchte das ändern und spricht sich für weitere nachts abgeschaltete Ampeln aus.

Die Diskussion schwappt aus anderen Bezirken herüber. In Wandsbek zum Beispiel setzten sich die Parteikollegen der Bergedorfer unlängst dafür ein, mehr als die bisher 126 im Bezirk über Nacht (23 bis 5 Uhr) im Ruhemodus befindlichen Ampeln abzuschalten. Dazu wurden Bürger ermuntert, Ampeln zu nennen, bei denen dies sinnvoll wäre. Ein Antrag in der Bezirksversammlung scheiterte jedoch.

Anfahren und Bremsen nervt

Nun nehmen Jörg Froh und Co. die Debatte für Bergedorf auf. Sie wollen wissen, wo in Bergedorf generell in der Nacht kein Ampelbetrieb herrscht. Denn gerade in Wohngebieten gebe es diverse Vorteile bei abgeschalteten Ampeln: „Der Verkehr fließt besser und Lärm und Abgase werden verringert“, sagt Verkehrsexperte Froh. Denn: „Jedes Anfahren oder Abbremsen verursacht Emissionen.“

Die CDU schlägt nächtliche Ampelpausen für diese Standorte vor: an der Vierlanden-straße, Zufahrt zum Sander Damm (bei Autohaus Kröll), an den Kreuzungen Weidenbaumsweg/Sander Damm und Nettelnburger Landweg/Nettelnburger Straße. Jörg Froh regt zudem an, mehr Ampeln zwischen 23 und 5 Uhr auf Impulse reagieren zu lassen, durch Kontaktschleifen für Autos und per Knopfdruck für Fußgänger.

Werden Verkehrszeichen ignoriert?

Die Bergedorfer Polizei ist nicht pauschal gegen diese Vorschläge, aber doch skeptisch: „Die Verkehrssicherheit darf nicht beeinträchtigt werden, nur um Lärm zu vermeiden. Und das sind teilweise unübersichtliche Kreuzungen“, meint Hans-Jürgen Gäth, Stabsleiter Verkehr bei der Bergedorfer Polizei: „Ich sehe auch die Gefahr, ob dann die geltenden Verkehrszeichen wahrgenommen werden.“

Übrigens: Die oberste Verkehrsdirektion 5 der Polizei ordnet die Ampelaufteilung im Straßenverkehr an. Sie entscheidet dann nach Sichtung einiger Kriterien, zum Beispiel dem Vorliegen eines Unfallschwerpunkts, gemeinsam mit der örtlichen Polizei und dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG), ob nachts abgeschaltet wird oder nicht.

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