La Traviata

Wie Bergedorf für zwei Nächte einer Kurtisane verfiel

Bergedorf.  Sie hat die Herzen des Bergedorfer Publikums im Sturm erobert: Sopranistin Liudmila Lokaichuk (30) aus Russland erwies sich als Traumbesetzung in der Rolle der Kurtisane Violetta. Bei der bislang größten Produktion in 15 Jahren Bergedorfer Musiktage, der Verdi-Oper „La Traviata“, erntete die charmante Vokalistin mit der glockigen Stimme immer wieder Szenenapplaus für ihr federleichtes Spiel. Am Sonnabend und am Sonntag kamen jeweils etwa 300 Besucher ins Haus im Park am Gräpelweg, um eine der meistgespielten Opern der Welt zu erleben.

Mit dem 35-köpfigen Orchester, der Europäischen Kammerphilharmonie, geriet der Veranstaltungsort an seine räumlichen Grenzen. Die drei vorderen Sitzreihen mussten ausgebaut werden, dennoch mussten vier Bläser oben rechts auf dem Balkon Platz finden, wo normalerweise nur Beleuchter sitzen.

Dirigentin Doris Vetter führte ihr Orchester temperamentvoll und souverän durch Verdis eingängiges Meisterwerk, spielte zwischendurch immer wieder selbst Passagen am Klavier. Neben der Star-Sopranistin brillierte auch Tenor Patrick Vogel (36) als ihr Gegenpart Alfredo. Wie Lokaichuk überzeugte auch der gebürtige Berliner, derzeit an der Oper Leipzig engagiert, mit lässiger Stimmgewalt und unprätentiöser Attitüde.

Die 15. Bergedorfer Musiktage enden am Sonnabend, 22. Juli, 19 Uhr, mit der Bell’Arte Salzburg von Bach bis Mozart im Rathaus-Spiegelsaal.

( tv )

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