Bergedorf

Maibaum zurück in Bergedorf

Wie in den 70ern Neuauflage im Sachsentor – 1976 wurde der Baum „entführt“

Bergedorf.  Die Gewerkschaften bekommen Konkurrenz an „ihrem“ 1. Mai: An diesem Sonntag werden auch Bergedorfs Handwerker durch die City marschieren – mit einem 15 Meter langen Maibaum im Schlepptau.

Angeführt wird der Marsch, der um 13 Uhr am Rathaus startet und zum Festplatz auf dem Bergedorfer Markt im Zuge des Sachsentors führt, von den Zimmerleuten um Meister Peter Barnstorf. Der Altengammer hat das Fest neu belebt, das sein Lehrmeister Ewald Kloodt 1975 zum 700. Bergedorfer Stadtjubiläum begründete. Wie damals gibt es Sonntag einen Festakt zur Maibaum-Aufstellung mit Musik, Tanz und Ansprache von Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. Den Maibaum werden Siegelschilder verschiedener Gewerke schmücken.

Vor 40 Jahren, im Mai 1976,, wurde der Bergedorfer Maibaum Opfer einer nicht ganz ernst gemeinten Verschwörung. Damals hatte bz-Chefredakteur Klaus Korn in unserer Zeitung mit Blick auf Bayern angemerkt, dass der Baum dort gern mal „entführt“ werde. Das nahm sich „ein halbes Dutzend junger Burschen“ aus Lohbrügge in der Nacht zum 9. Mai zu Herzen. Allerdings ging der Riese dabei zu Bruch, weshalb die „Täter“ ihn samt Wappen, Kranz und sonstigem Schmuck gleich ganz verschwinden ließen.

Was folgte, war eine nicht ganz ernst gemeinte öffentliche Fahndung nach dem Maibaum in unserer Zeitung – samt Lösegeld-Forderung der „Diebe“. Tatsächlich werkelten sie gut eine Woche hinter der Lohbrügger Feuerwache am neuen, von Bergedorfs Förster gefällten Maibaum und versahen ihn mit dem unversehrt geblieben Schmuck des alten. Am 18. Mai wurde dann die zweite Maibaum-Aufstellung des Jahres 1976 gefeiert.

( upb/pve )

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