Lohbrügger Markt

Bürgerbegehren scheitert an 316 fehlenden Unterschriften

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Bettina Hesse
Der südliche Teil des Lohbrügger Markts soll in einen Stadtplatz umgewandelt werden.

Der südliche Teil des Lohbrügger Markts soll in einen Stadtplatz umgewandelt werden.

Foto: Lena Diekmann

Lohbrügge. Die BI ist enttäuscht, die CDU emotionslos, die SPD froh: Das Bürgerbegehren gegen den Umbau des Lohbrügger Markts ist gescheitert.

Lohbrügge.  Mathias Zaum kann seine Enttäuschung nicht verbergen. Monatelang hatte der Motor der Bürgerinitiative gegen den Umbau des Lohbrügger Marktes die Werbetrommel gerührt, mit seinen Mitstreitern Unterschriften auf Wochenmärkten und in Geschäften gesammelt. Doch all die Mühen waren vergebens. Nach der Auszählung steht fest: Das Bürgerbegehren ist an 316 Stimmen gescheitert.

Wie die Verwaltung gestern Abend auch der Bezirksversammlung mitteilte, waren von den 3093 abgegebenen Unterschriften 532 ungültig. Die Marke von 2877 Stimmen wurde damit deutlich verfehlt. Grund für die vielen ungültigen Unterschriften waren Doppelungen sowie Unterschriften von nicht stimmberechtigten Bürgern aus dem Bergedorfer Umland.

BI gibt Hoffnung nicht auf einvernehmliche Lösung nicht auf

„Es ist sehr, sehr schade, dass es nicht geklappt hat. Mir bleibt nur noch, ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten auszurichten“, sagt Zaum. Der BI-Sprecher, der gleichzeitig auch Mitglied der CDU ist, gibt die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung aber nicht auf. „Wir waren nie gegen einen Umbau des Lohbrügger Markts, nur gegen die bisherige Ausgestaltung“, spielt er auf die Verkleinerung der Marktfläche durch den geplanten Höhenversatz und den Wegfall einiger Parkplätze an.

Parteikollege und CDU-Fraktionschef Sven Noetzel ist relativ emotionslos, was das Scheitern des Bürgerbegehrens betrifft: „Das ist ein demokratischer Prozess, bei dem sich keine Mehrheit gefunden hat.“ Wichtig sei ihm bei der weiteren Planung eigentlich nur ein Aspekt: „Die Freiwillige Feuerwehr Lohbrügge muss ihre Stellplätze bekommen – und zwar auf der Marktfläche sowie im Leuschnerpark.“ Den Einsatzkräften, ob sie vom Beckerkamp oder von der Lohbrügger Landstraße kommen, soll so die Anfahrt erleichtert werden.

SPD will bisherige Planung umsetzen

SPD-Fraktionschef Paul Kleszcz ist froh, dass das Bürgerbegehren gescheitert ist: „Es ist kein Geheimnis, dass die Vorstellungen der SPD nicht mit denen der BI übereinstimmten.“ Jetzt müsse man im Gespräch mit der Verwaltung und den Fraktionen die weitere Vorgehensweise erörtern. „Wir befürworten aber weiterhin den bisherigen Beschluss und wollen ihn auch so umsetzen“, betont er.

Der bisherige Beschluss sieht vor, den südlichen Teil des Lohbrügger Markts in einen Stadtplatz umzugestalten. Für 550 00 Euro – die Hälfte davon stammt aus Rise-Mitteln – soll die Fläche angehoben und mit zusätzlichen Bänken, Fahrradständern und mehr Grün ausgestattet werden. Wie das Bezirksamt weiter vorgehen will, konnte es gestern nicht beantworten.

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