MEK-Einsatz

Morddrohung überschattet türkische Hochzeit

Hauni-Eingang: An der Kurt-A.-Körber-Chaussee versammelt sich die Polizei, der Zugriff erfolgt in Nettelnburg.

Hauni-Eingang: An der Kurt-A.-Körber-Chaussee versammelt sich die Polizei, der Zugriff erfolgt in Nettelnburg.

Foto: Christoph Leimig

Bergedorf. Die Polizei hat am Sonntagabend drei Männer festgenommen. Waren sie auf dem Weg, um eine blutige Familien-Fehde auszutragen?

Bergedorf.  Sie wollten offenbar bei einer Groß-Hochzeit eine Familien-Fehde ausfechten: Die Polizei hat am Sonntagabend in Nettelnburg drei Männer (50, 26 und 20 Jahre alt) festgenommen. Das Trio soll es auf einen Hochzeitsgast abgesehen und diesen massiv bedroht haben.

Streit begann im Ruhrgebiet

Die türkische Hochzeit mit mehreren Hundert Besuchern wurde am Wochenende im „Hit-House“ am Friedrich-Frank-Bogen gefeiert. Viele Besucher reisten für die Feierlichkeiten aus Nordrhein-Westfalen an – und im dortigen Ruhrgebiet, zwischen Oberhausen und Duisburg, soll auch der brisante Familien-Streit seinen Ursprung haben. Zeugen alarmierten am Sonntagmittag deshalb die Polizei – sie berichteten von einer Morddrohung, die ein Duisburger gegen einen anderen Hochzeitsgast ausgesprochen haben soll.

Polizei fahndet mit Großaufgebot

Die Polizei überwachte stundenlang die A 25 auf der Suche nach dem Auto, mit dem der Verdächtige unterwegs sein sollte. In den Abendstunden war ein Großaufgebot von mehr als 14 Streifen- und Zivilfahrzeugen des Bergedorfer Kommissariats und der Bereitschaftspolizei im Einsatz.

Während ein Teil der Kräfte am Hauni-Haupteingang an der Kurt-A.-Körber-Chaussee Stellung bezog, erfolgte gegen 20.30 Uhr der Zugriff auf dem Nettelnburger Landweg. Das Mobile Einsatzkommando (MEK) stoppte ein Auto aus Duisburg und nahm die drei männlichen Insassen vorläufig fest. Während der Festnahme war die Straße zeitweise für den Verkehr gesperrt.

Waffen im Auto gefunden

„Bei der anschließenden Durchsuchung des Wagens wurden mehrere Stich- und Schlagwaffen gefunden“, sagte Polizeisprecher Holger Vehren auf bz-Anfrage. Eine Schusswaffe, von der der Hinweisgeber gesprochen hatte, fanden die Beamten allerdings nicht.

Der Vorwurf gegen die drei Männer lautet Bedrohung. Sie schweigen bislang jedoch zu den Anschuldigungen. Die Ermittlungen führt die Bergedorfer Kriminalpolizei zusammen mit den Behörden aus Nordrhein-Westfalen.

( rpf )

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