Kriminalität

Fahrraddiebe haben Hochkonjunktur - täglich drei Fälle

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Gerrit Pfennig
Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Bergedorf steigt wieder.

Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Bergedorf steigt wieder.

Foto: NEWS & ART

Bergedorf. Wieder mehr Fahrraddiebstähle. Im Schnitt werden in Bergedorf täglich drei Räder gestohlen. Polizei setzt Zivilfahnder ein.

Bergedorf. Die Zahl der Fahrraddiebstähle im Bezirk steigt wieder. Während 2013 in Bergedorf noch 793 Raddiebstähle verzeichnet wurden, waren es 2014 schon wieder 923 Fälle – eine Zunahme um 130 oder 16,4 Prozent. Im Schnitt werden damit in Bergedorf jeden Tag fast drei Räder als gestohlen gemeldet. Und da längst nicht alle Fahrräder versichert sind, dürfte die Dunkelziffer groß sein.

Berlin und Hamburg Hochburgen der Fahrraddiebe

Bundesweit gelten die Metropolen Berlin und Hamburg als Hochburgen der Fahrraddiebe. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Versicherung Cosmos ist hier etwa jeder zweite Fahrradbesitzer schon einmal Opfer eines Diebstahls geworden, im Bundesschnitt sind es nur 27 Prozent. Laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums wurden 2014 in Deutschland 339760 Fahrräder gestohlen (Vorjahr: 316857), lag die Aufklärungsquote unverändert bei 9,6 Prozent.

„Die Deliktzahlen sind uns ein Dorn im Auge“, sagt Marc Pröhl, Vize-Chef im Bereich Eigentumsdelikte bei der Bergedorfer Kriminalpolizei. Da in der warmen Jahreszeit naturgemäß besonders viele Räder gestohlen werden, sind derzeit verstärkt Polizisten in Zivil in Bergedorf unterwegs, um die Schwerpunkte zu überwachen. Polizeistreifen kontrollieren Fahrräder und Rahmennummern an den Stellplätzen.

Auch Räder der Kinder werden immer hochwertiger

Vor allem an den S-Bahn-Stationen wie in Bergedorf, Neuallermöhe oder Moorfleet greifen Diebe an den Fahrradständern zu. Doch auch an Schulen werden die Täter immer häufiger fündig. „Die Räder, die dort stehen, werden immer hochwertiger und sind deshalb eine lohnende Beute“, sagt Pröhl.

Die Tätergruppen lassen sich hingegen nicht klar eingrenzen. Zu den Fahrraddieben gehören sowohl Drogensüchtige, die schnell an Geld kommen wollen, als auch organisierte Banden. Sie reisen teilweise mit Transportern an, laden diese voll und sind dann über die Autobahnen rund um Bergedorf schnell wieder verschwunden. Pröhl: „Dazu kommen auch Jugendliche, die aus Spaß ein Fahrrad stehlen, damit herumfahren, und es im nächsten Gewässer oder Graben entsorgen.“

Trio vorläufig festgenommen

Bei den Ermittlungen sind aufmerksame Passanten für die Polizei äußerst wichtig. So bemerkte ein Fußgänger kürzlich am Sander Damm drei Männer zwischen 21 und 27 Jahren. Während einer von ihnen auf einem Fahrrad fuhr, trugen die beiden anderen ein weiteres Rad. Das Trio wurde vorläufig festgenommen, die Ermittlungen laufen noch.

Das Diebesgut wird eine Zeit lang in einem Raum des Polizeikommissariats 43 gelagert – hier stehen rund ums Jahr zwischen 25 und 30 Fahrräder. In vielen Fällen können diese keinem Besitzer zugeordnet werden, am Ende landen die gestohlenen „Drahtesel“ daher oft im Zentralen Fundbüro an der Bahrenfelder Straße, wo sie versteigert werden.

Rahmenummer notieren, Rechnung aufbewahren

Hauptkommissar Pröhl rät allen Radfahrern, sich unbedingt die Rahmennummer zu notieren, die Rechnung aufzubewahren und die Codier-Aktionen der Verkehrswacht zu nutzen: „Das hilft uns bei den Ermittlungen nach einem Diebstahl ungemein.“

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