Petition gegen Abschiebung

Heute entscheidet sich ihre Zukunft

Bergedorf (stri). Der Countdown läuft aus.

Bergedorf (stri). Der Countdown läuft aus:
Nur noch ein einziger Tag bleibt der Flüchtlingsfamilie Mohammad, um die notwendigen 9700 Hamburger zu gewinnen, die eine Petition unterschreiben. Wie berichtet, floh die fünfköpfige Familie aus Syrien, wo der regimekritische Vater in Haft gefoltert wurde. Jahrelang wohnte die Familie anschließend auf Zypern, wo jedoch die jüngste Wirtschaftskrise ihre Existenz, einen Baustoffhandel, raubte. Seit acht Monaten nun leben die Kurden in der Asylunterkunft am Curslacker Neuen Deich und bitten um das Bleiberecht in Deutschland.

Bei der TSG Bergedorf fand der 18-jährige Amad einen fußballbegeisterten Freund, der ihm helfen will: Schüler Conrad Schoo (16) brachte eine Online-Petition auf den Weg, die bereits 14 014 Unterstützer fand, allein 7489 sind es in Hamburg - noch zu wenige: Es müssen 9700 sein, damit sich die Bürgerschaft mit dem Fall befasst, eine Stellungnahme abgibt.

Unterdessen mehren sich die Kommentare unter www.openpetition.de/petition/online/keine-abschiebung-der-familie-mohammad: Es sei unmenschlich, Menschen abzuschieben, die sich bereits integriert hätten, heißt es etwa oder: "Unterschreiben, weil die Welt sich ändern muss." Auch kritische Stimmen finden sich: Es gebe keine Hinweise auf eine akute Bedrohungslage in Zypern. Dem hält ein Hamburger Ehepaar entgegen: "Wie in unseligen braunen Zeiten werden die Beteiligten später sagen, sie hätten nur Gesetze befolgt."

Tatsächlich sieht die Dublin-III-Verordnung der EU vor, Flüchtlinge in das Land abzuschieben, über das sie nach Europa eingereist sind. In diesem Fall wäre das Zypern. Und tatsächlich wurden die Mohammads schon einmal nachts abgeholt und zum Hamburger Flughafen gebracht, allein: Der Pilot hatte sich geweigert, die Familie zu befördern.