Bergedorf (stri). Gestern hat der Hamburger Senat beschlossen, bis 2025 für 30,7 Millionen Euro ein “Bike+Ride-Entwicklungskonzept“ umzusetzen.

Es soll dafür sorgen, dass 12 000 neue Fahrradstellplätze an Hamburgs S-Bahnstationen entstehen. Damit könnte der Bestand auf 28 000 wachsen. Die neu gegründete Bike+Ride-Gesellschaft soll laut Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation den Bau und Betrieb bündeln: Das soll nicht zuletzt der Optik förderlich sein, wenn künftig die neue Gesellschaft statt der Stadtreinigung für die Sauberkeit der Stellanlagen sorgt.

Am Bergedorfer S-Bahnhof wurden exakt 228 Radplätze gezählt, der Bedarf soll aber mit 672 wesentlich höher liegen. So sollen bis 2025 genau 444 neue Plätze gebaut werden, 364 davon überdacht - für insgesamt 862 000 Euro. Dabei werde vor allem an die Nordseite des Bahnhofs gedacht, aber gemach: "Für 2015 und 2016 ist in Bergedorf noch nichts geplant, es braucht erst eine Feinplanung mit dem Bezirksamt", sagt BWVI-Sprecherin Helma Krstanoski.

Zudem könnte sich ein nicht unwesentliches "Detail" in den Vordergrund schieben: Dass in Bergedorf im April 2012 Hamburgs einzige Fahrradstation eröffnete, fand keinerlei Beachtung in der Bedarfsanalyse. Ein Fall für den Rechnungshof? Vielleicht: "Wir haben gut 60 Prozent unserer 450 Stellplätze belegt und schreiben gerade erstmals eine schwarze Null", sagt Gerd Kekstadt im Namen von Awo Hamburg Dienste, Betreiber der städtischen Radstation. Sollten auf der Nordseite des Bahnhofs weitere, zudem überdachte Fahrradbügel entstehen, "könnte dies für uns existenziell werden", warnt Kekstadt: "Man muss mit uns sprechen, das wäre eine direkte Konkurrenz."

Für weniger Aufregung sorgen indes die geplanten Neuerungen an anderen S-Stationen im Bezirk: "Am Mittleren Landweg sollen für 119 000 Euro 60 neue Plätze entstehen, außerdem muss das Dach saniert werden", sagt Helma Krstanoski. Zudem seien am S-Bahnhalt Nettelnburg 118 neue Plätze für 218 000 Euro vorgesehen.

An der S-Bahnstation Allermöhe wird sich nichts ändern: "Das Angebot liegt deutlich über dem Bedarf", heißt es im Entwicklungskonzept: Von 482 Stellplätzen (316 sogar überdacht) würde höchstens ein Drittel genutzt.