Untreue

Gericht verurteilt früheren Hamburger Pfadfinder-Chef

Daniel Herder

Lars H. hatte insgesamt 80.000 Euro des Verbands christlicher Pfadfinder veruntreut. Damit wollte der 41-Jährige seinen Verdienst als „Teilzeit-Geschäftsführer“ aufbessern, wie er vor dem Amtsgericht Bergedorf gestand.

Bergedorf. Der Griff in die Kasse des Verbandes christlicher Pfadfinder mit Sitz an der Güntherstraße in Uhlenhorst kommt dem ehemaligen Geschäftsführer des Verbandes teuer zu stehen: Weil er insgesamt 80.000 Euro des Pfadfinder-Vermögens veruntreut hat, ist Lars H., 41, vom Amtsgericht Bergedorf am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Diese hat das Gericht aber zur Bewährung ausgesetzt.

In der Verhandlung hatte der bullige 41-Jährige eingeräumt, zwischen 2010 und 2013 in 177 Fällen Beträge zwischen 40 und 3000 Euro vom Konto der Pfadfinder in bar abgehoben oder auf sein eigenes Konto überwiesen zu haben. Das Geld habe er unter anderem für die Finanzierung von Auto-Leasing-Krediten verbraucht.

Als Grund gab er an, seine Tätigkeit als „Teilzeit-Geschäftsführer“, die er seit 2000 ausübte, sei mit nur rund 700 Euro im Monat entlohnt worden. Das Gehalt habe nicht gereicht, um seine Ausgaben zu decken. Offenbar plagte den Mann aber das schlechte Gewissen: Er habe im Vorjahr damit begonnen, das Geld zurückzuzahlen, habe aber gemerkt, dass er dazu nicht imstande sei. Im vergangenen Jahr gestand er dem Vorsitzenden des Verbandes deshalb den Griff in die Kasse. Der Verband erstattete Strafanzeige.

Wie Lars H. vor Gericht aussagte, habe er nun einen Rückzahlungsplan erstellt. 20.000 Euro habe er bereits erstattet.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf