Denkmäler

Sollen umstrittene Statuen eingeschmolzen werden?

Foto: strickstrock

Bergedorf. Seit vielen Jahren wird in Hamburg diskutiert, was mit den umstrittenen Denkmälern aus der Kolonialzeit geschehen soll, die im grünen Holzschuppen der Bergedorfer Sternwarte lagern. Einschmelzen oder aufstellen?

Das Thema steht still, die Männer liegen am Boden: Es handelt sich um ein Abbild des Schutztruppenmajors Hans Dominik (1870–1910), der in Kamerun diente. Außerdem lagert hier eine Bronzefigur von Hermann von Wissmann samt Askari-Soldat und Löwen. Er war einst als Reichskommissar und Gouverneur in der Kolonie „Deutsch-Ostafrika“ eingesetzt, im heutigen Tansania.

Dass von der „deutschen Befreiung Afrikas“ nicht die Rede sein kann, vielmehr geplündert und ganze Dörfer niedergebrannt wurden, weiß heute jedermann. So haben die Statuen seit Ende der 1960er Jahre selten das Tageslicht gesehen, sind im Holzschuppen der Sternwarte eingelagert.

„Die Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte ist – parallel zum Holocaust – eine lebenslange Aufgabe“, kämpft Künstlerin HMJokinen für eine Erinnerungskultur. Insgesamt 23 Initiativen, darunter das Kamerun Komitee, der Afrikarat Norddeutschland und der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial, wandten sich an die Politik und warnten: Eine Beseitigung historischer Spuren befördere „die anhaltende Verleugnung und Verdrängung kolonialrassistischer Verbrechen aus dem kollektiven Gedächtnis weißer Europäer“.

Was mit den „versteckten“ Denkmälern geschehen könnte und warum nun Bewegung in die Angelegenheit kommt, lesen Sie in der Printausgabe der Bergedorfer Zeitung / Lauenburgischen Landeszeitung vom Wochende, 4./5. Januar 2014. ePaper / Abo