Polizisten eines Mobilen Einsatzkommandos haben gestern Abend eine Wohnung am Friedrich-Frank-Bogen gestürmt. Die durch schusssichere Westen und Helme gesicherten Beamten drangen gegen 18 Uhr von hinten in das Mehrfamilienhaus ein und brachen mit einer Ramme die Tür auf. Der Wohnungsinhaber, ein stadtbekannter Neonazi, wurde durch die Aktion offenbar überrascht.
Nach offiziell nicht bestätigten Informationen vermutete die Polizei Waffen oder Sprengstoffe in der Wohnung. Experten des Landeskriminalamtes rückten an. Später wurden noch zwei Sprengstoff-Spürhunde angefordert, die Wohnung und Keller durchsuchten. Waffen oder Sprengstoff wurden offenbar nicht entdeckt. Ob belastendes Material sichergestellt werden konnte, mochte die Polizei am Abend nicht mitteilen.
Wohnungsinhaber Martin E. (40) war lange Jahre Kreisvorsitzender der Bergedorfer NPD, kandidierte 2011 auch für die Hamburger Bürgerschaft. Vor dem Bergedorfer Amtsgericht ließ er sich einmal von dem bekannten Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger vertreten.
„Hier kommt es häufiger zu Polizeieinsätzen“, berichtete ein Nachbar, von dem Aufgebot wenig erschrocken. „Das kennen wir schon.“
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