Pilotprojekt

Bahnhof wird zum switchh-Punkt

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André Herbst

Foto: Thomas Voigt

Bergedorf. Hamburg will mehr Bürger zum Umsteigen bewegen. Ein Pilotprojekt zur besseren Vernetzung von Bussen und Bahnen mit Mietwagen, Taxen und Leihfahrrad-Angeboten soll helfen.

Das Pilotprojekt startet in allen sieben Hamburger Bezirken. Am Berliner Tor ist der erste Hamburger switchh-Punkt im Mai in Betrieb gegangen, einer der Nächsten soll noch dieses Jahr am Bergedorfer Bahnhof öffnen. ÖPNV-Stammkunden werden dann problemlos und kostengünstig entscheiden können, ob und wie sie „switchen“, wechseln – etwa in einen Mietwagen, einen Smart eines Carsharing-Projektes, oder auf ein Mietfahrrad.

Binnen zwei Jahren wollen Hamburger Hochbahn AG (HHA), die Autovermietung Europcar sowie Car2go beweisen, was eine Vernetzung verschiedenster Mobilitätsangebote bewirkt.

Verzicht auf das eigene Auto

„Der ÖPNV als Rückgrat innerstädtischer Mobilität wird ergänzt mit intelligenten Lösungen, die mittelfristig den Verzicht auf den eigenen Pkw erleichtern“, wünscht sich HHA-Vorstandschef Günter Elste.

Für Bergedorf planen die Organisatoren die Nutzung der Parkpalette auf der Lohbrügger Bahnhofsseite. Dort sollen neben Mietwagen und Fahrzeugen von Car2go auch abschließbare Fahrradboxen Platz finden.

„Keine glückliche Lösung“

„Das ist keine wirklich glückliche Lösung“, bedauerte Bergedorfs Bezirksamtsleiter bei der Verkündung der Planungen. Besser wäre eine Komplett-Lösung auf der Bergedorfer Bahnhofsseite, so Arne Dornquast: „Die Taxen wollen nicht auf die Lohbrügger Seite umziehen, unser Fahrradparkhaus kann es nicht.“

Er setzt darauf, dass das Projekt über die zweijährige Pilotphase ausgedehnt wird: „Für 2015 ist der Umbau von Weidenbaumsweg und der Straße Am Bahnhof geplant.“ Dann könne dort der notwendige Platz geschaffen werden – allerdings auf Kosten des Individualverkehrs.

Die HHA macht Tempo

Bis dahin wollen die Organisatoren nicht warten. Bis 2015 soll bereits getestet sein, ob switchh die gewünschten Effekte erzielt. „Wir gehen von einem Erfolg aus“, sagt HHA-Sprecher Christoph Kreienbaum. Obwohl nicht an jedem Standort sofort das Komplett-Paket geboten wird.

Kreienbaum: „In Bergedorf gibt es Stadtrad nicht. Wir werden uns um die Einbindung anderer Anbieter von Mieträdern bemühen. In Harburg wiederum ist bislang Car2go nicht präsent, beide Standorte bieten aber mit ihren P&R-Häusern gute Standortvoraussetzungen.“

Die switchh-Card ist die Voraussetzung

Millionen-Investitionen wie am Berliner Tor sind nicht an jedem Standort geplant, zumindest nicht in der Pilotphase.

Voraussetzung für die Nutzung ist der Erwerb der „switchh-Card“ für zehn Euro im Monat: Nach Registrierung im switchh-Punkt können HVV-Abonnenten sowie Inhaber von Proficards und Semestertickets die Karte als Türöffner für Car2go-Pkw nutzen. Nachdem sie sich dort registriert haben, erhalten sie monatlich 60 Freiminuten für die Fahrzeugnutzung. Außerdem gibt es 20 Euro Rabatt auf jede Anmietung bei Europcar.

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