Stadtplanung

Neue Gewerbegebiete: Planer nehmen Kleingärten ins Visier

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André Herbst

Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Bergedorf. Flächen für Gewerbe werden knapp in Bergedorf. Jetzt soll die Umwandlung von Kleingärten geprüft werden.

Mit Ideen für neue Gewerbegebiete befasst sich Mittwoch Bergedorfs Stadtplanungsausschuss (Rathaus, 17.30 Uhr). Eine Verwaltungsvorlage schlägt fünf Areale zur Prüfung vor – vier davon Kleingartengelände. Tatsächlich sind geeignete Flächen knapp – zumindest solange die Politik daran festhält, das komplette Landgebiet südlich der A25 von Neuansiedlungen freizuhalten.

Manche als Gewerbeareale ausgewählte Flächen haben sich als unverkäuflich erwiesen (Neuallermöhe). Andere sind blockiert, weil die Bahn AG sie selbst nutzen will, um etwa ihren Huckepackbahnhof Moorfleet auszubauen. Ein Tellerschnecken-Biotop und Versuche, die geschützten Tiere umzusiedeln, bremsen ein Logistikgebiet an der Autobahnabfahrt Bergedorf aus. Derweil hat die Nachfrage die verfügbaren Flächen im Bezirk von 2010 (35 Hektar) bis 2013 (16 Hektar) mehr als halbiert.

So geraten jetzt Kleingärten in Moorfleet (Dweerlandweg und Neue Feldhofe, nördlich und südlich des S-Bahnhofs) sowie in Bergedorf in den Fokus: Im Dreieck zwischen Oberer Landweg und Kurt-A.Körber-Chaussee geht es um 2,8 Hektar, östlich des geplanten Logistikparks, zwischen A25 und Brookdeich, um weitere 3,8 Hektar. „Das sind die Flächen, die nach dem gültigen Flächennutzungsplan verfügbar wären“, betont Bezirksamtsleiter Arne Dornquast. Jedoch mit Einschränkungen: „Am Dweerlandweg sind bis zum Abschalten des letzten Sendemastes zwar Kleingärten, aber keine Gewerbebetriebe zulässig.“

Für alle Kleingärten gilt, dass Ersatz geschaffen werden müsste. Die Parzellen seien dann jedoch auf 300 Quadratmeter begrenzt. Dass Laubenpieper und nicht neues Gewerbe weiter von der Wohnbebauung wegrücken, dafür gibt es mehrere Gründe: „Anders als Gewerbegebiete widersprechen Kleingärten in Grünzügen keinen Planungsgrundsätzen.“

Zudem besteht politischer Konsens, südlich der A25 keine Gewerbegebiete auszuweisen. Den tragen auch die Grünen mit: „Wir sollten aber Gärten nur überplanen, wenn Bewerber Schlange stehen und keine Alternativen zu finden sind“, sagt Nicolai von Podlewski. An der A25-Grenze möchte auch Ausschusschef Peter Gabriel (SPD) festhalten, das Landgebiet sei durch Windräder bereits belastet. „Wenn aber weiterhin nur Logistik nach Bergedorf soll, ist fraglich, ob nicht ein direkter Autobahnanschluss bald andere Faktoren überwiegt.“

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