Museum Bergedorf

Von Experten und Fachleuten

Bekennende Nicht-Hamburger verwundert schon, was sich Bürgerschaftsabgeordnete so gefallen lassen. In der Vergangenheit trafen diese auf leitende Beamte, die ihnen den Eindruck vermittelten, sie störten nur den "ewigen Senat" und - schlimmer - das segensreiche Wirken der Behörden.

Verwegene Ideen wie die Kontrollfunktion des Parlamentes scheiterten am Senat auf der einen und der Leitung der Behörden durch die Staatsräte auf der anderen Seite.

Der "ewige Senat" ist heute Vergangenheit, die Senatoren sind auch tatsächlich Chefs ihrer Behörden. Ja es gibt sogar eine Richtlinienkompetenz für den Ministerpräsidenten - hier Ersten Bürgermeister.

Für die Bürgerschaftsabgeordneten hat sich wenig geändert. Bevor sie über die notwendige Gesetzesänderung für die Hamburger Museumsstiftung entschieden haben oder über den Haushalt samt der Folgen einer Ausgliederung von Bergedorfer Schloss, Rieck-Haus und Harburger Helms-Museum, scheint vieles geklärt - zwischen Fachbehörden, Bezirksamt und interessierten Insidern.

Es spricht für den Gestaltungswillen eines Oppositionspolitikers, dass Dennis Gladiator auf Einhaltung parlamentarischer Spielregeln pocht. Die Ausschreibung eines Museumsbeirats bevor Hamburger Kulturausschuss und Bürgerschaft über die Änderung des Stiftungsgesetzes entschieden haben, ist für den Bergedorfer CDU-Mann ein "absolutes Unding". Der Vorgang steht jedoch in "bester" Tradition, der Missachtung politischer Gepflogenheiten in Hamburg.

Wenig überzeugend ist auch die Auswahl der Experten für eine Anhörung im Kulturausschuss. Die Direktoren der Stiftung haben ihre ablehnende Haltung zur Ausgliederung bereits mehrfach ausgebreitet - und mit der Drohung "ganz oder gar nicht" ein Eigentor erster Güte geschossen. Natürlich müssen die Freundeskreise angehört werden. Dass allein Arne Dornquast die Belange des Bezirks als Widerpart der Stiftungsdirektoren vertreten soll, verwundert aber schon.

Ein Affront besonderer Art ist dem Kulturausschuss gegenüber Bergedorfs Bürgerverein gelungen, er ist nicht eingeladen. Dabei hat er 1893 mit seiner damaligen Sammlung den Grundstock für das heutige Museum gelegt, Mitglieder hatten später an der Gründung großen Anteil.

Wer gemachte Fehler kritisieren will, ist mit den Stiftungsdirektoren gut bedient. Wer in die Zukunft schauen möchte, braucht Fachleute, die die Situation nicht schönreden, Menschen, die Bergedorfs Museum zukunftsfähig machen.