Bahnverbindung

Das Umland plant bislang ohne Hamburg

Foto: Timo Jann / Jann

Bergedorf / Geesthacht. Die „Landesweite Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein (LVS)" hat die Idee einer Bahnverbindung zwischen Bergedorf und Geesthacht eingehend geprüft und erachtet diese für realisierbar. Hamburg hat davon erst aus unserer Zeitung erfahren.

Die Befürworter einer Zugverbindung zwischen Geesthacht und Bergedorf haben im Geiste bereits Stadtbahn oder Diesel-Shuttle auf den Schienen gesehen, die seit Langem fast nur von der Museumsbahn „Karoline“ genutzt werden. Hatte doch die „Landesweite Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein GmbH“ nach Prüfung von Strecke und möglichen Haltepunkten – auch auf Hamburger Gebiet – bekundet, das Vorhaben sei entgegen einer Untersuchung von Ende der 1990er-Jahre doch realisierbar. „Kleiner“ Schönheitsfehler: Während vor Ort bereits über die Vor- und Nachteile von Stadtbahn und Triebwagen diskutiert wird, zeigt sich Hamburgs Behörde für Wirtschaft und Verkehr überrascht.

„Wir wissen von den Ideen nur aus der Zeitung“, sagt Sprecherin Susanne Meinecke. „An uns ist die LVS nicht herangetreten.“ Zu Äußerungen, das Vorhaben sei mit drei Triebwagen und 20-Minuten-Takt zur Hälfte früher errechneter Kosten zu realisieren – für etwa 20 statt 40 Millionen Euro – könne man ohne Infos nichts sagen. „Sicher ist aber, die Strecke wurde vor einigen Jahren geprüft – und dann als zu teuer verworfen.“

Je nachdem, ob das Vorhaben von Geesthachter oder Bergedorfer Politikern betrachtet wird, sind die Einschätzungen ebenfalls unterschiedlich. Das Werben der Bergedorfer CDU für eine Stadtbahn hat das Thema aus der Versenkung geholt. In Geesthacht verständigten sich Union und Grüne dagegen auf einen Diesel-Shuttle. „Eine Stadtbahn müssten Kommunen und Länder finanzieren – die Chance scheint uns eher gering“, sagt Sven Minge, Geesthachts CDU-Chef. Ein Diesel-Shuttle wäre zudem geringfügig schneller und würde eine bessere Anbindung ans S-Bahnnetz versprechen.

Für Bergedorf ist dies nachrangig. Während Kritiker auf eine U-Bahn von Billstedt nach Lohbrügge setzen, wirbt CDU-Verkehrsexperte Jörg Froh für eine Stadtbahn. Sie könne von Geesthacht die Karoline-Gleise nutzen. In Bergedorf könne sie auf einer Neubautrasse von nur 1,4 Kilometern zu Haltepunkten am Bahnhof und am Sachsentor fahren und dann über die Vierlandenstraße zurück zur AKN-Trasse. Trotz neuem Schienenweg sei dieser Plan günstiger. Froh: „Für den Zug müssten auf der Strecke viele Bahnübergänge umgebaut oder aufgehoben werden. Die Stadtbahn dagegen wird wie ein Kfz auf der Straße behandelt. Für sie wäre ein solcher Millionenaufwand nicht notwendig.“