Bezirkspolitik

GAL-Ideen für Radler ausgebremst

Bergedorf. Die Skepsis zog sich quer durch die Fraktionen: Die Idee der GAL, auf der Serrahnstraße mittelfristig einen eigenen Asphaltstreifen für Radler einzurichten, ist in der Bezirksversammlung auf wenig Gegenliebe gestoßen. Bei Enthaltung der Linken wurde der Vorstoß jetzt abgelehnt.

Norbert Fleige (GAL) hatte für einen Radfahrstreifen geworben, da die Fußgängerzone am Serrahn in einem schlechten Zustand ist und in absehbarer Zeit wohl erneuert werden muss. "Deshalb haben wir den Antrag jetzt gestellt", so Fleige. Denn bei einer Erneuerung könne ein Asphaltband eingeplant werden, das den Radverkehr lenke, ohne dass eine Beschilderung erforderlich sei - und ohne den Vorrang der Fußgänger einzuschränken.

Das sah Bernd Schrum (SPD) anders. Die Serrahnstraße sei für einen separaten Fahrradstreifen nicht geeignet: "Das vermittelt den Radfahrern das Gefühl, sie hätten ein Vorrecht." Tatsächlich hätten hier aber Fußgänger Vorrang - Außengastronomien und der Betrieb der Fahrgastschiffe sorgen für einen regen Betrieb in der Straße. Auch Jörg Froh (CDU) sah keinen Verbesserungsbedarf: "Mir sind gar keine Probleme bekannt." Sollte die Straße tatsächlich irgendwann instand gesetzt werden, könne ja immer noch über Details gesprochen werden.

Kaum gnädiger urteilten die Fraktionen über einen weiteren GAL-Vorstoß: Die Einbahnstraße Am Bahnhof solle gegen die Fahrtrichtung für Radler freigegeben werden, damit diese ohne Umwege zur Radstation gelangen können. Trotz der Kurve, die die Sicht für entgegenkommende Autos einschränkt, sah Norbert Fleige keine Sicherheitsprobleme für Radler: In der Straße sei nur extrem wenig Verkehr, zudem werde sehr langsam gefahren. Jörg Froh fürchtet dennoch "Konfliktsituationen", auch Sven Eichner (FDP) kann sich das "Zusammenspiel Auto und Radler dort nur schwer vorstellen". Er ergänzte: "Die zehn Meter zur Radstation können die Radler doch auch schieben, das ist ja wohl zumutbar." Trotz Skepsis soll die Idee im Verkehrsausschuss beraten werden.