Tschernobyl

Spenden-Reise in die Ukraine

Bergedorf (ld). Wenn Gerhard Klöpper an den 3. Januar 2013 denkt, beginnen seine Augen zu leuchten: "Ich kann es kaum noch erwarten, bis es endlich wieder losgeht", sagt der 74-Jährige.

Bereits seit 1990 sammelt er Spenden für die Opfer der Atom-Katastrophe von Tschernobyl, die er auf vielen Reisen eigenhändig überbracht hat. Ursprünglich wollte er schon vor einigen Jahren kürzertreten, denn gesundheitliche Probleme warfen ihn fast aus der Bahn. Doch so einfach lässt sich Gerhard Klöpper nicht unterkriegen: "Ich will es noch einmal allen beweisen", sagt der 74-Jährige. Und so macht er sich in zweieinhalb Monaten wieder auf den Weg zu "seinen" Kindern in der Ukraine.

Kurz nach dem Mauerfall im Jahr 1989 trat der gebürtige Ostfriese zum ersten Mal den Weg in die Ukraine an. "Das Elend und die Armut zu erleben war einfach furchtbar", sagt er. Den Kindern mit Medikamenten und medizinischer Betreuung in Deutschland zu helfen und ihnen mit Spielzeug und Kleidung ein wenig Freude in ihr Leben zu bringen, wurde zu seiner Lebensaufgabe.

Passend zum ukrainischen Weihnachtsfest am 6. Januar will Klöpper 300 bis 400 Kindern in einem Waisenheim in Kiew Geschenke bringen. Auf die 2 300 Kilometer lange Reise werden ihn das erste Mal die 33-jährige Jenny Buchholtz und der 45-jährige Marco Mielczarek begleiten. "Ich bin sehr gespannt darauf, mir endlich einen eigenen Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort zu machen und nicht mehr auf die Informationen angewiesen zu sein, die man durch die Medien bekommt", sagt der Werbetechniker. Denn auch 26 Jahre nach dem atomaren Super-Gau in Tschernobyl ist die Situation der Kinder nicht besser geworden. Im Gegenteil: "Sie wird immer schlechter", sagt Gerhard Klöpper. Noch immer kommen missgebildete Kinder zur Welt, viele Mädchen und Jungen werden zu Waisen, weil ihre Eltern durch die Folgen der atomaren Strahlung früh sterben.

Noch ist in Gerhard Klöppers "Weihnachtsexpress" viel Platz. Damit der Fiat bis zur Abreise am 3. Januar voll wird, sammeln der Rentner und sein Team Spenden: Spielzeug, Kuscheltiere und Kinderkleidung. Oder Medikamente wie etwa Vitamintabletten und Invalidenstühle können die Kinder in Kiew gebrauchen. Auch Sponsoren für die Tankkosten werden gebraucht: Für eine Tankfüllung (etwa 150 Euro) gibt es ein Jahr Werbung auf dem Transportfahrzeug.

Kontakt zu Gerhard Klöpper gibt es unter Telefon (040) 63 64 88 37 oder Mobil unter 0171 8 35 30 85. Ausführliche Informationen zum Projekt im Internet www.tschernobylopfer.de .