Bevensen Dagfahrt

So glänzen Ingrid Straumer und Elke Marx "op de Kist"

Bergedorf/Bad Bevensen. Die "bz" im Kurhaus von Bad Bevensen: Bei der jährlichen Tagung für Niederdeutsch "Bevensen Dagfahrt" hat unsere Plattdeutsch-Autorin Ingrid Straumer ihre Kolumne der jüngsten Sonnabend-Ausgabe vorgetragen.

Denn schreibende Teilnehmer durften im Programmpunkt "Op de Kist" während der dreitägigen "Dagfahrt" bis zu fünf Minuten lange eigene, neue Texte lesen. Viel Beifall des kritischen Fachpublikums gab es für Straumers Text "Blots keen Riemels!" Zusätzlich wurde auch die Geschichte "Hochtied" von Elke Marx aus Fünfhausen vorgelesen.

Jeweils am dritten September-Wochenende kommen plattdeutsche Autoren und Aktive der Plattdeutsch-Szene in Bad Bevensen zusammen, diesmal bereits zum 65. Mal. Auf dem Programm stehen Theater und Musik, Lesungen und Hintergrund-Informationen. In diesem Jahr gab es den "Bad-Bevensen-Preis" für das "Otto Groote Ensemble" aus Bremen.

Die ehemalige "bz"-Redakteurin Ingrid Straumer, geborene Ahrens, hat sich einen Namen in der Plattdeutsch-Szene gemacht. Bereits als Volontärin schrieb sie - aufgewachsen in Allermöhe und Boberg - in unserem Lokalteil plattdeutsche Berichte, etwa eine Reportage über ein Fußball-Punktspiel aus der Sicht einer Frau.

Ihre Texte liest Ingrid Straumer nicht nur im Bergedorfer Schloss, wo sie am morgigen Freitag Plattdeutsch für Schulklassen anbietet, sondern auch an weiteren Orten Norddeutschlands und in ihrer Wahlheimat Berlin - dorthin war sie ihrem Mann gefolgt, als er sich beruflich veränderte. In der Hauptstadt arbeitet die 60-Jährige als Grundschul-Lehrerin in einem Problem-Stadtteil. Neben der regelmäßigen "bz"-Kolumne gehört sie ehrenamtlich der Redaktion der Hamburger Vierteljahres-Zeitschrift "Quickborn" für niederdeutsche Literatur an. Auch schreibt Straumer größere Geschichten und hat bereits ein Theaterstück für Kinder geschaffen.

Die Ideen für ihre Geschichten nimmt die Mutter zweier Töchter und Großmutter fast nebenbei aus dem täglichen Erleben: "Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich für die Umgebung interessieren. Das hat uns Volontären der 70er-Jahre auch unser damaliger Chefredakteur Klaus Korn immer wieder mit auf den Weg gegeben", sagt sie.

"Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen"

Ingrid Straumer, Autorin