WSB

"Wir sind Bergedorfs Wirtschaftslobby"

Bergedorf. Der Hoffnungsträger ist im Amt - und auch das fünf Unternehmer zählende Team von Thomas Buhck wurde auf der Hauptversammlung des WSB mit gut 80 Prozent der Stimmen gewählt. Gegenkandidaten gab es bei der Bergedorfer Wirtschaftslobby nicht.

"Von Montag an kommt nun alles in unserem Verband auf den Prüfstand", verspricht der 49-jährige neue Vorsitzende, der das Ergebnis als klares Votum für einen Neuanfang versteht. "Ich will die WSB wieder zu ihrer alten Bedeutung zurückführen, als Vertretung der gesamten Bergedorfer Wirtschaft."

Konkrete Inhalte oder angestrebte Strukturen konnte der neue WSB-Vorstand am Tag nach seiner Wahl noch nicht benennen. Nur soviel: Alle 120 Mitgliedsunternehmen sollen zu ihren Wünschen befragt und um Stellungnahmen gebeten werden, in welchen WSB-Arbeitskreisen sie sich engagieren wollen. "Ich bin kein Freund ewig existierender Gremien. Was aktuell anliegt, sollte in angepassten Teams abgearbeitet werden", beschreibt Thomas Buhck den neuen Stil, der zunächst in einem 100-Tage-Programm erprobt werden solle.

Nach außen will er die "viel zu lange brach liegenden" Kontakte zu Politik, Verwaltung und Handelskammer wieder aufleben lassen und auch das Gespräch mit Unternehmer-Clubs wie Bille-Business oder dem BNI suchen. "Aber wir werden kein Visitenkarten-Club, der seine Geschäftskontakte in den Mittelpunkt aller Treffen stellt", betont der neue Beisitzer, Ramada-Hotel-Direktor Carsten Bade. "Wir sind Bergedorfs Wirtschaftslobby."

Beim Blick zurück auf die vielen Querelen der jüngsten Vergangenheit gibt sich Thomas Buhck nicht ganz so offen. Alles Nötige sei in der gut zweistündigen Aussprache mit den 75 Besuchern der Hauptversammlung auf den Tisch gekommen. "Am Ende sprach die Versammlung mit ihrem Votum das Vertrauen in die Regelungsfähigkeit des neuen Vorstands aus", so Buhck. Die enge Verknüpfung seines Teams mit der Grundeigentümer-Initiative BID Sachsentor - Makler Malte Landmann und Einzelhändlerin Marina Willhoeft sind auch in der Lenkungsgruppe des BID - sieht er nicht als problematisch.

Buhcks Vorgänger Richard Herrling hatte eine Reihe von Ungereimtheiten in deren Geschäftsgebaren aufgedeckt, allem voran die Scheinselbstständigkeit der Managerin. Während er zum Rücktritt gedrängt wurde, kann zumindest Malte Landmann bis heute keinen Schuldigen für die Vertragspanne ausmachen: "Das sind alles honorige Leute, die ihre Arbeit im BID ehrenamtlich machen."

Doch die Forderungen rollen vermutlich auf die WSB als Träger des BID Sachsentor zu. "Wir erwarten einen hohen fünfstelligen Betrag", bestätigt Buhck, der noch auf die laufende Anhörung durch die Deutsche Rentenkasse setzt. Liegt Ende des Jahres die abschließende Entscheidung vor, würden rechtliche Schritte geprüft. "Aber wir klagen nur, wenn wir Aussicht auf Erfolg haben", sagt Thomas Buhck. Es sei bereits eine Rückstellung gebildet worden. Zudem gebe es Zusagen von Unternehmern, die aus eigener Tasche gut die Hälfte der möglichen Forderungen tragen. "Eine Sonderumlage wird es daher nicht geben."

Die Zusammenarbeit mit der Managerin wolle der WSB trotz allem fortsetzten. "Sie hat gute Arbeit geleistet und ist bis heute im Dienst", sagt Buhck. "Ich hoffe, sie macht weiter."