Wachwechsel

Bergedorf bekommt neuen Polizeichef

Bergedorf. Die Spatzen pfeifen es seit Monaten von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Bernd Krösser (48), seit August 2008 Chef des PK 43, kehrt nicht nach Bergedorf zurück.

Nachdem der Polizeidirektor Hamburgs neue Polizeistruktur ausgearbeitet hat, wird er Chef des Leitungsstabs beim Polizeipräsidenten.

Mit Bernd Krösser war seit Jahrzehnten erstmals wieder ein Bergedorfer Chef des örtlichen Kommissariats. Jetzt steht sein Nachfolger fest: Frank Fock, derzeit Chef des Polizeikommissariats Eimsbüttel, wird künftig Deutschlands flächenmäßig größtes Kommissariat führen. Nachdem die neue Polizeistruktur beschlossen ist, soll alles rasch gehen. Fock könnte dem Vernehmen nach schon in den nächsten Wochen das PK 43 (200 Beamte) übernehmen.

Fock war Freitag nicht zu erreichen, hat Erfahrung in der Leitung großer Kommissariate: 2008 war er Chef des PK 37 in Wandsbek, als dort Schutzpolizei und Kripo in einem Neubau zusammengeführt wurden. Wie Bergedorf, Harburg und Wandsbek wird auch das Eimsbütteler PK, das er derzeit leitet, eines von künftig acht Hamburger Leit-PK mit neuen Führungsaufgaben für nachgeordnete Wachen und Dienststellen. Dennoch stößt Focks Versetzung samt anstehender Beförderung nicht überall auf Zustimmung: Grund ist eine Trunkenheitsfahrt samt anschließendem Karriereknick.

In Bergedorf wird Fock nicht nur das größte PK der Hansestadt übernehmen, sondern auch einige Probleme. Das vor 20 Jahren eröffnete gemeinsame Kommissariat für die zuvor selbstständigen Reviere in Lohbrügge und Bergedorf leidet unter erheblicher Platznot. Eine missglückte Aufstockung des Neubaus für die Aufnahme der Kriminalpolizei hat für reichlich Ärger und kritische Nachfragen des Rechnungshofes gesorgt.

Fehlender Platz für weitere Beamte und Aufgaben eines Leit-PK bereiten weiter Sorgen. In dem Gebäude sind längst alle Reserven ausgereizt. Container, selbst als Übergangslösung, stoßen nach Informationen der Redaktion bislang auf Vorbehalte.

Seit Februar leitet Ansgar Hagen (44) das PK 43 kommissarisch. Zum Polizeirat befördert und nach Bergedorf versetzt, musste er schon nach einem guten Jahr den ins Polizeipräsidium abkommandierten Bernd Krösser ersetzen - nicht für wenige Urlaubswochen sondern inzwischen für ein rundes Dreivierteljahr. "Es war eine Herausforderung, hat aber viel Spaß gemacht", sagt Hagen. "Ich habe in der Zeit viel dazugelernt."

Nach seinem Dauereinsatz freut sich Hagen auf den neuen PK-Chef. Dass er die kommenden Monate viele Überstunden abbauen kann, glaubt Hagen jedoch nicht, zu viele Aufgaben liegen vor dem PK 43. "Ich denke aber, dass ich gelegentlich mal pünktlich Feierabend machen kann."