Inkontinenz-Behandlung

Bethesda kooperiert mit 15 Krankenhäusern

Bergedorf (he). Inkontinenz und Beckenbodensenkungen zählen zu den Volkskrankheiten: Je nach Lesart leiden zwischen 25 und 45 Prozent der Deutschen darunter - weit mehr als an Bluthochdruck oder Diabetes.

Das Bethesda Krankenhaus hat das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Bergedorf gegründet. Es bietet koordinierte Hilfe mehrerer medizinischer Fachrichtungen.

"Eine Behandlung erfolgt bei uns fachübergreifend durch Uro-Gynäkologen und Chirurgen - bei Bedarf werden Innere Medizin, Urologie und Radiologie konsultiert", erläutert Dr. André Motamedi, Chef der Frauenklinik am BKB. Zu dem Zweck kooperieren niedergelassene Ärzte mit dem Krankenhaus, das selbst keine urologische Fachabteilung besitzt.

Die Behandlung aus einer Hand bietet Betroffenen neben kurzen Wegen die Chance, Tabuisierung und soziale Isolation zu durchbrechen, betont Motamedi. "Viele gehen erst nach einem langen Leidensweg zum Arzt."

Der gemeinsame "Musterpfad" für Diagnose und Therapie der Harninkontinenz wird in jährlichen Qualitätszirkeln von Experten der beteiligten Kliniken weiter entwickelt. Das BKB zählt als einiges Norddeutsches Krankenhaus zu einem Verbund von 16 Krankenhäusern mit entsprechendem Qualitätsstandard. Neben der fachlichen Abstimmung sieht Motamedi einen weiteren Vorteil: "Es ist festgelegt, dass wir unsere Patienten drei und sechs Monate nach einer Operation wieder sehen. Mittels Fragebögen werden die Behandlungsergebnisse festgehalten."

Auch zur Behandlung von Krebserkrankungen hat sich die Frauenklinik neu aufgestellt: Das vom früheren langjährigen Chefarzt Dr. Helmut Corterier begründete Mammazentrum Hamburg-Ost ist von einer Kooperation mit den Krankenhäusern Reinbek, Geesthacht und Mölln/Ratzeburg abgelöst worden. "Ziel des Brustzentrums Herzogtum Lauenburg ist die wohnortnahe Versorgung der Patientinnen", sagt Motamedi. Das BKB arbeite mit den gleichen Partnern wie zuvor zusammen. "Der Unterschied ist, dass wir früher die Tumorkonferenzen mit dem UK Eppendorf gemacht haben."

"Die Behandlung erfolgt bei unsfachübergreifend." Dr. André Motamedi, Chef der Frauenklinik am BKB