Bergedorf-Süd

"Im Würgegriff von Hamburg Wasser"

Foto: BGZ / Ulf-Peter Busse / Busse

Bergedorf. Im Streit zwischen Bergedorf-Süd-Bewohnern und Hamburg Wasser um mangelhaft beschilderte Umleitungen will jetzt der Bezirk vermitteln. Durch unglückliche Beschilderung finden Ortsfremde nicht mehr zu Restaurants und Geschäften im Quartier.

Sie werden wohl keine Freunde mehr, die Bewohner von Bergedorf-Süd und das städtische Unternehmen Hamburg Wasser. Kaum ist der Ärger über die Überflutungen des Quartiers im Jahr 2011 verflogen, liegen sie wieder im Clinch. Jetzt wegen der Umleitungen, die durch die vielen Baustellen von Hamburg Wasser zwar nötig, aber so unglücklich beschildert sind, dass Ortsfremde Bergedorf-Süd nicht mehr finden.

„Im Würgegriff von Hamburg Wasser“ hat Grundeigentümer Helmut Willers eine E-Mail überschrieben, in der er die Zustände gegenüber dem Unternehmen anprangert. Als Vermieter des Restaurants „Casa Vecchia“ sieht er sich, wie berichtet, als Kämpfer für dessen Zukunft. „Aber ich bin nur einer von vielen Besorgten im Quartier. Die Umleitungen bedrohen die Existenz aller Firmen hier.“ Seine Forderung an Hamburg Wasser: große Hinweistafeln auf Bergedorf-Süd an allen Umleitungsstrecken, eine entsprechende Anzeigen-Kampagne samt Homepage und die Übernahme der Parkgebühren im alten Penndorf-Parkhaus als kleine Wiedergutmachung für die vielen gesperrten Stellplätze im Quartier.

Eine Antwort blieb ihm das städtische Unternehmen bisher schuldig. Auch die Polizei wartet auf Ansagen von Hamburg Wasser. Nur dann könnte die Beschilderung im Verlauf der Umleitungen verändert werden. Grundsätzlich, so heißt es von Bergedorfs Verkehrspolizei, sei der Schilderwald aber schon heute an der Grenze des Erträglichen. Einen Hinweis „Zufahrt Bergedorf-Süd frei“ halten die Beamten für Überbeschilderung.

Dass trotzdem das Schild „Ramada-Hotel frei“ an Sander Damm und Curslacker Neuer Deich steht, macht Helmut Willers entsprechend sauer: „Warum wird hier einer bevorzugt? Wo bleibt der Hinweis auf die anderen Firmen und das Penndorf-Parkhaus?“

Im Bezirksamt sieht man den Konflikt mit großer Sorge. „Hier scheint es ein grundlegendes Kommunikationsproblem zu geben, wie wir es in Bergedorf eigentlich nicht kennen“, sagt Kathrin Sprick, Chefin des Zentrums für Wirtschaft, Bauen und Umwelt. „Als Bezirksamt sind wir zwar bisher nicht involviert. Aber wir werden versuchen, alle Seiten an einen Tisch zu bringen. Es muss angemessene Lösungen geben.“