Landgericht

Bluttat in Lohbrügge: Prozess gegen Schützen

Foto: Christoph Leimig / Leimig

Lohbrügge. Am Mittwoch beginnt vor dem Langericht der Prozess zur Schießerei vor dem Lokal "Casablanca" im Dezember. Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, einem damals 34-jährigen in Hand und Oberschenkel geschossen zu haben, nachdem ein Streit um Geld eskaliert war.

Es war kurz vor 22 Uhr an jenem 21. Dezember 2011, als Schüsse über den Parkplatz am Lokal „Casablanca“ (Alte Holstenstraße) peitschten. Mit Wunden am Oberschenkel und an der Hand brach der damals 34-jährige C. zusammen. Zweimal hatten Männer auf ihn geschossen. Der mutmaßliche Schütze M. (32) und sein Helfer E. (34) müssen sich nun für diese Tat vor Gericht verantworten: Am morgigen Mittwoch ab 9.15 Uhr wird ihnen vor der Großen Strafkammer der Prozess gemacht (Strafjustizgebäude am Landgericht, Sievekingplatz 3). Die Anklage lautet auf „Versuchte schwere räuberische Erpressung“.

Bis heute liegen die Hintergründe der Tat im Dunkeln. Sicher ist nur, dass es um Geld ging: Die türkischen Männer aus dem Billstedter Raum waren zunächst im Lokal in Streit geraten, hatten dann ihren Zwist nach außen auf den Parkplatz verlagert. Dort soll M. eine Pistole gezogen und C. in Oberschenkel und Hand geschossen haben, womit er ihn schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzte. Da M. aus der kurzen Distanz auch auf den Oberkörper hätte zielen können, es aber nicht tat, wird ihm keine Tötungsabsicht vorgeworfen. Die Täter flüchteten, wurden jedoch wenig später festgenommen.

Seither konnte ermittelt werden, dass es offenbar um eine „Strafzahlung“ von 5000 Euro gehen sollte, die das Opfer C. nicht zahlen wollte – oder konnte. Doch ob es dabei um Drogen-, Schutzgeldgeschäfte, Menschenhandel oder anderes ging, ist noch immer unklar.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Angeklagten E. und M. schon vorher die Absicht hatten, C. zu verletzen, falls dieser nicht zahle. Sie hätten bereits einen „Tatplan“ gehabt. Da kein Geld geflossen ist, bleibt es jedoch bei einer „versuchten“ schweren räuberischen Erpressung. Die Höchststrafe dafür liegt bei 15 Jahren Haft.