Trauer

Bergedorfs Mr. Sport ist tot

Bergedorf (upb/stri). Der Sport im ganzem Bezirk Bergedorf steht unter Schock.

Am Sonnabend ist Horst Kriegsmann gestorben. Der vielseitig engagierte Wahl-Lohbrügger, der im Herzen immer Nettelnburger blieb, erlag mit 74 Jahren seinem Krebsleiden. Lange hatte er gekämpft, nie aufgegeben. Selbst die Chemotherapie wurde in den vollen Terminkalender eingepasst. Bis er Mittwoch in eine Klinik eingeliefert worden ist, die er nicht mehr verlassen konnte. Er hinterlässt seine Ehefrau, zwei Töchter und mehrere Enkelkinder.

Horst Kriegsmann hat sich seit den 1960er-Jahren einen Namen im Sport gemacht. Vor allem in seinem Heimatverein SV Nettelnburg/Allermöhe (SVNA), der damals noch SC Nettelnburg hieß. Aber auch im Hamburger Sportbund und als durchsetzungsstarkes Mitglied des Sportausschusses der Bezirksversammlung. "Er war kein Parteipolitiker. Horst Kriegsmann kämpfte immer für die Sportler. Fraktionsgrenzen kannte er dabei nicht", erinnert sich CDU-Bürgerschaftsabgeordneter Dennis Gladiator, der bis zur vergangenen Wahl Fraktionschef der Christdemokraten in der Bezirksversammlung war.

Auch über die Politik hinaus engagierte sich der Fotograf im Ruhestand vielseitig ehrenamtlich. So war er Jahrzehnte Vorstandsmitglied und seit 2001 Vizechef des SVNA. Kriegsmann engagierte sich in der Arbeitsgemeinschaft Nettelnburg, im Hamburger Sportbund und war neben Ulrich Hafenstein 15 Jahre als Vize der Arbeitsgemeinschaft der Bergedorfer Sportvereine unverzichtbar. Ohne sein Engagement würde Bergedorf heute wohl nicht den Ruf genießen, der mit Sportanlagen am besten ausgestattete Hamburger Bezirk zu sein.

Natürlich war Horst Kriegsmann auch im Bergedorfer Seniorenbeirat aktiv. Chef Gerd Plambeck ist schockiert: "Erst vor 14 Tagen sagte mir Horst, dass er ruhiger treten, in der nächsten Amtszeit nur noch als Stellvertreter gewählt werden wolle." Elf Jahre hielt Kriegsmann den Vorsitz der bezirklichen Senioren-Delegiertenversammlung. "Er war sehr beliebt, ein hilfsbereiter Mensch. Wir haben hervorragend zusammengearbeitet", sagt Plambeck.

Auch mit dem SPD-Distriktsvorsitzenden Fritz Manke verband den Verstorbenen eine lange Bekanntschaft: "Wir sind gut zurechtgekommen, uns hat eine geistige Freundschaft verbunden", sagt Manke, der von den vielen Chemo-Therapien wusste, nachdem Lungekrebs diagnostiziert worden war: "Horst hat gemeint, dass er in seinen vielen Berufsjahren als Fotograf zu oft mit giftigen Chemikalien zu tun gehabt hatte."

Eigentlich wollte der SVNA sich in diesem Jahr mit mehreren Auszeichnungen bei seinem Urgestein Horst Kriegsmann bedanken: Die 1. Fußballsenioren, bei denen er bis wenige Monate vor seinem Tod kickte, wollte ihn vergangenen Freitag ehren. Doch da war er bereits in der Klinik. Und der Vorstand hatte eine Bewerbung beim Hamburger Sportbund geplant, um ihm im Herbst die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes zu verleihen. "Ich hätte nie geglaubt, dass wir damit zu spät kommen", sagt Ex-SVNA-Vorsitzender Rolf Viaccava.