Personalstelle Integration

Bergedorfs Migranten wollen Jorge Birkner behalten

Bergedorf. Es sind Bergedorfs Russen, Griechen, Afghanen und gleich vier türkische Vereine, die sich für den Erhalt des bezirklichen Integrationsbeauftragten stark machen:

"Wir haben durch ihn Wertschätzung für uns und unsere Arbeit erfahren", schrieben jetzt acht Vereinschefs an Sozialsenator Detlef Scheele. Allein der "Dialog der Kulturen" im Spiegelsaal habe dafür gesorgt, dass "wir nicht länger in Hinterhöfen oder am Rande der Gesellschaft stehen".

Dem zugrunde liegt, dass die auf zwei Jahre befristete Stelle Ende Juni ausläuft, sich Jorge Birkner schon jetzt arbeitsuchend melden musste. Dabei haben alle anderen sechs Bezirke es geschafft, ihre Integrationsbeauftragten zu behalten - weil sie weiterfinanziert werden können oder sowieso schon mit internen Verwaltungsleuten besetzt waren. "Wie verabredet, können wir nachweisen, dass wir die Stelle nicht selbst zahlen können, obwohl wir in jede Ecke geleuchtet haben", sagt Bezirksamtsleiter Arne Dornquast (SPD), der gestern ebenfalls einen Brief ans Hamburger Rathaus schickte, den Staatsrat um eine Weiterfinanzierung (56 000 Euro im Jahr) bittet: "Herr Birkner leistet hervorragend eine schwierige Arbeit, als Netzwerker bewegt er unglaublich viel."

Tatsächlich will Birkner es schaffen, dass sich jeder dritte Bergedorfer (fast 33 Prozent haben ausländischen Wurzeln) im Bezirk wohl- und einfühlt. Bis Ende Juni hat er noch viel vor: Eine "Bergedorfer Weltreise" ist für den 3. Juni zur Hafenmeile geplant, am 9. Juni soll es eine interkulturelle Modenschau geben, Titel: "850 Jahre und kein bisschen grau - Bergedorf ist bunt!" Nicht zuletzt soll es einen neuen Bergedorfer Internetauftritt zum Thema Integration/Migration geben.

Birkner sei ein wichtiger Ansprechpartner und Unterstützer, wenn es um passgenaue Bildungs- und Kulturangebote gehe, heißt es in einer Resolution vom "Arbeitskreis Integration Bergedorf". Nicht zuletzt wandte sich jetzt auch der Stadtteilbeirat Lohbrügge an Sozialsenator Scheele und warnt: "Einen Abbruch des begonnenen Prozesses halten wir für schädlich."

Allein: Eine Lösung scheint noch immer nicht in Sicht. "Wir sind leider noch immer in Abstimmung mit der Finanzbehörde", sagt Nicole Serocka, Sprecherin der Sozialbehörde. Sie verspricht aber, dass Senator Scheele seine Briefe beantworten werde.

Die Zitterpartie geht also weiter, zumindest, bis die Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Nicolaus Haufler beantwortet ist: "Kann der Senat zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen, dass die Integrationsbeauftragten einzelner Bezirke nicht mehr finanziert werden können?"