Stadtbahn

BID fordert Mut, auch Utopien zu denken

Lohbrügge . Der Vorstoß der Bergedorfer CDU für eine Stadtbahn zwischen Geesthacht, Bergedorf und Lohbrügge hat weit über den Bezirk hinaus eine Diskussion losgetreten.

Während im Lauenburgischen und besonders in Geesthacht die Hoffnung auf Realisierung überwiegt, sind aus Bergedorf und Süd-Stormarn kritische Stimmen zu vernehmen. Rüdiger-Horst Bambach, Sprecher des BID Lohbrügge, mahnt dagegen, mutig in die Zukunft zu denken: Wolle Bergedorf als wieder erstarktes Zentrum weiter aufsteigen, müssten die Verantwortlichen auch auf den ersten Blick utopisch erscheinende Verkehrsvorhaben auf ihre Machbarkeit prüfen.

Joachim Wagner ist nicht nur Geschäftsführer der Bergedorfer Wirtschaftsinitiative WSB, sondern auch Vorsitzender der Stormarner CDU-Fraktion und Landtagskandidat. Auf Wahlkampftour hat er die Stadtbahn-Idee samt potenzieller Verlängerung nach Glinde als "witzig, aber leider nicht finanzierbar" bewertet.

Geesthachts Grüne dagegen meinen, auf der eingleisigen AKN-Trasse nach Bergedorf könnten Akku-Züge fahren. Schaffe man zweigleisige Begegnungsstellen, könne auf einen Komplettausbau der Strecke verzichtet werden.

Eine Stadtbahn, die Geesthacht besser mit Bergedorf und zudem über eine neue Ringlinie Bergedorf und Lohbrügge verbinde, sei zumindest bedenkenswert, mahnt Bambach. "Seit Jahrzehnten schieben Politik und Verwaltung das Problem der ständig steigenden Verkehrsbelastung in Bergedorfs Innenstadt aus Angst vor der großen Dimension vor sich her."

Eine Ringlinie unter Einbindung des Frascatiplatzes könne frühere Forderungen nach einem Pendelverkehr zwischen dem Großparkplatz und Bergedorfs City erfüllen. Ein großer Wurf, vor allem auch für Lohbrügge, wäre jedoch eine andere Schienenverbindung, so Bambach: "Es ist schon richtig, die Verlängerung der U-Bahn von Mümmelmannsberg über Lohbrügge nach Bergedorf ist eine alte Forderung meiner FDP."