850 Jahre

Bergedorfs modernes Geschichtsbuch

Bergedorf. Es ist ein kritisches Werk geworden. Aber auch eines zum Vertiefen und Vierlieben in die Geschichte Bergedorfs: Ab heute ist die 208 Seiten starke Stadtgeschichte "850 Jahre Bergedorf" des Kultur- & Geschichtskontors in allen Buchhandlungen sowie dem Büro der Forscher am Reetwerder 17 zu haben.

Das zwölf Euro teure Buch (ISBN 978-3-942998-02-4) ist zwar nicht die einzige Neuerscheinung zum Bergedorfer Jubiläum, wohl aber die wissenschaftlich fundierteste. Kontor-Chef Christian Römmer hat den breit angelegten Rückblick aus zahlreichen Veröffentlichungen seines Hauses zusammengestellt und vor allem für die Zeit des Dritten Reichs um eigene Forschungen ergänzt. Das Ergebnis ist ein Werk, das zu Recht den Anspruch erheben kann, Bergedorfs erstes umfassendes Geschichtsbuch zu sein.

In sieben Kapiteln beschreibt es die verschiedenen Epochen der Bergedorfer Entwicklung und wartet gleich am Anfang mit einer kleinen Sensation auf: Kurz vor Drucklegung entdeckte Christian Römmer einen Hinweis darauf, dass Bergedorf gar nicht 850 sondern erst 849 Jahre alt ist. Das kam allerdings so überraschend, dass nur im Vorwort und verhältnismäßig kurz im ersten Kapitel darauf eingegangen werden kann.

Weiter geht es dann mit Blicken auf fast alle Stadtteile des heutigen Bezirks Bergedorf. Dabei werden häufig moderne und historische Fotos gegeneinander gestellt. Darunter der alte Bahnhof am ZOB und die neue "Bahn- und Bushaltestelle Bergedorf", verschiedene Bausünden am Sachsentor und der Verfall des Lohbrügger Wahrzeichens "Sander Dickkopp".

Alles wird chronologisch erzählt, in Kapiteln vom Mittelalter über die Herrschaftszeit der Städte Hamburg und Lübeck (1420-1868), die Industrialisierung und die Weimarer Republik bis zum Zweiten Weltkrieg. Besonders spannend dann die letzten beiden Abschnitte, die sich mit Kriegsfolgen und Bauboom sowie der Entwicklung des Bezirks bis heute befassen. Denn hier liegt die besondere Stärke der Arbeit des Kultur- & Geschichtskontors: die Arbeit mit Zeitzeugen.

Wer die Autoren kennenlernen möchte, hat dazu am Freitag, 30. März, Gelegenheit. Für 19 Uhr lädt das Kontor zur öffentlichen Buchpräsentation mit gleichzeitiger Ausstellungseröffnung in seine Räume am Reetwerder 17 ein. Es spricht unter anderem Norbert Hackbusch, Vorsitzender des Kulturausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft. Der Eintritt ist frei.