Messerattacke

Blutiger Familienstreit - Onkel (49) fast erstochen

Neuallermöhe. Der bei einem Messerangriff schwer verletzte 49-Jährige ist offenbar außer Lebensgefahr. Am Morgen hatte der 32-jährige Erkan E. seinen Onkel aus noch ungeklärten Gründen attackiert. Der Täter brach auf der Flucht zusammen, erlitt wohl einen Kreislaufkollaps.

Die Wohnungstür im Erdgeschoss links ist blutverschmiert, die Wohnung von der Mordkommission versiegelt. Drinnen arbeitet still und routiniert ein weiß vermummtes Team von der Spurensicherung. Wenige Stunden zuvor ist es hier am Paul-Bunge-Stieg zu einer schweren Bluttat gekommen. Vermutlich nach einem Streit geht gestern kurz nach 9.30 Uhr der 32-jährige Erkan E.* mit einem Messer auf seinen im Wohnzimmer liegenden Onkel Hasan E.* (49) los. Er sticht einmal zu, zweimal, drei- oder viermal. Der Onkel wird lebensgefährlich verletzt. Seine Ehefrau Nülufer E.* (52) will dazwischengehen, auch sie wird vom Messer getroffen, zum Glück nur an der Hand.

Erkan E. flüchtet im Laufschritt aus dem Mehrfamilienhaus, aber er kommt nicht weit. Mitten auf dem Fleetplatz bricht er zusammen – vermutlich Kreislaufschwäche. Zufällig ist ein Polizist auf Fußstreife, verständigt einen Rettungswagen.

In der Zwischenzeit fährt ein Familienmitglied den schwer verletzten Onkel mit dem Auto in Richtung Bethesda-Krankenhaus. Doch als die Wunde immer heftiger blutet, alarmiert er vom Steuer aus per Handy einen Rettungswagen. Auf der Bergedorfer Straße treffen die beiden Fahrzeuge aufeinander, biegen in die Vierlandenstraße ein. Dort übernimmt das Ambulanz-Team den Schwerverletzten, bringt ihn mit Blaulicht und Martinshorn zur Notoperation ins Unfallkrankenhaus Boberg.

In der Wohnung am Paul-Bunge-Stieg trifft die Polizei noch die verletzte Ehefrau des Opfers an. Weil auch sie noch stark an der Hand blutet, lassen die Beamten sie ebenfalls mit einem Rettungswagen ins Boberger Krankenhaus bringen. Dort schwebt ihr Ehemann noch mehrere Stunden in Lebensgefahr. Erst am Nachmittag melden die Ärzte: „Sein Zustand ist stabil.“

Wie es genau zu dem blutigen Streit kam, blieb gestern unklar. Bis zum Abend wurde Erkan E. auf der Bergedorfer Polizeiwache vernommen.

*Namen geändert