Totalumbau

An dieser Kreuzung bahnt sich Chaos an

Bergedorf. Im Mai beginnen voraussichtlich die Bauarbeiten an der Kreuzung Vierlandenstraße/Bergedorfer Straße. Dann bahnen sich für die Dauer von etwa fünf Wochen massive Verkehrsstörungen an.

In Zukunft wird es eng an der Kreuzung Vierlandenstraße / Bergedorfer Straße. Und diese Zukunft beginnt schon im Frühling. Mit monatelangen Bauarbeiten, die fast alles verändern, was Autofahrer heute vom Verkehrsknoten kennen. Entsprechend nervös reagierten Bergedorfs Verkehrspolitiker, als ihnen jetzt die aktuellen Umbaupläne vorgestellt wurden.

"Das wird in den Hauptverkehrszeiten zu Staus im ganzen Bergedorfer Zentrum führen", war Jörg Frohs (CDU) erste Reaktion nach dem Vortrag von Florian Obertreis, im Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer zuständig für die Planung und den Entwurf von Stadtstraßen. Tatsächlich hat der Experte mit der Umgestaltung der Verkehrsführung auf dieser Kreuzung keine leichte Aufgabe. Denn die Vorgabe der Stadtentwicklungsbehörde ist kompliziert: Weil vor dem Einkaufszentrum CCB eine neue Bushaltestelle entsteht, soll die Bergedorfer Straße in Richtung Hamburg dort nur noch einspurig sein.

Entsprechend beinhaltet die Umplanung der Kreuzung Vierlandenstraße zunächst zwei Veränderungen: Wer vom Mohnhof kommt, darf nur noch auf der rechten Spur geradeaus fahren, bekommt dafür aber eine um 15 Sekunden verlängerte Grün-Phase. Die linke Spur wird reiner Abbieger in die Vierlandenstraße.

Und wer von dort auf das Nadelöhr zusteuert, muss sich ganz neu orientieren. Von den zwei Linksabbiegern Richtung CCB bleibt nur einer. Der andere wird zur reinen Geradeaus-Spur Richtung Bergedorfer Zentrum. Interessant ist der neue Rechtsabbieger nach Wentorf: Er soll dort verlaufen, wo heute Grünstreifen und Radweg liegen - und wird an der Kreuzung von einer Verkehrsinsel vom Rest der Straße abgetrennt.

Dieser Kunstgriff ist vor allem für die Radfahrer gedacht. Denn sie waren in alten Planungen kurzer Hand in den fließenden Verkehr der Vierlandenstraße geleitet worden. Jetzt bekommen sie vor der Einmündung eine eigene Ampel. Sie zeigt Grün, wenn die Autos Richtung Wentorf an ihrer gut zehn Meter zurück verlegten Ampel stoppen - ebenso wie alle Fahrzeuge auf der Bergedorfer Straße. Die Radler haben dann den Abbieger ganz für sich und können auch Richtung Sachsentor über die Kreuzung strampeln. Wer zu langsam ist, oder als Fußgänger in die Bergedorfer Innenstadt will, stoppt auf der Verkehrsinsel.

Radfahrer, die von der Vierlandenstraße Richtung CCB wollen, müssen aber in einer sogenannten Wartetasche im Straßenbereich vor dem Jalousie-Laden erneut halten. Erst wenn dort die Fußgängerampel grünes Licht zeigt, darf wieder in die Pedale getreten werden.

Auf der Straße finden sich die Radfahrer künftig auch auf der Südseite der Bergedorfer Straße im Kreuzungsbereich wieder. Dort soll ein Streifen für sie mit weißer Linie abgetrennt werden.

Ob das alles mit den tatsächlichen Verkehrsbelastungen dieses Knotens verträglich ist, stellte Paul Kleszcz (SPD) infrage: "Angesichts immer neuer Baugebiete in unseren Nachbargemeinden sehe ich da erhebliche Probleme." Florian Obertreis verwies darauf, dass die Kreuzung "eine Ampeltechnik bekommt, die sich flexibel auf jedes Verkehrsaufkommen einstellt". Allerdings musste er zugeben, dass seine Planungen auf Verkehrszählungen beruhen, die zwar alle Fahrzeuge beinhalten, nicht aber Radfahrer und Fußgänger.

Der Start der Bauarbeiten wird voraussichtlich im Mai liegen. Die Umgestaltung der Kreuzung beginnt Ende Juni und dauert etwa drei Monate. Dann fließt der Verkehr auf der Bergedorfer Straße in beiden Richtungen einspurig. Die Vierlandenstraße wird für etwa fünf Wochen komplett gesperrt.