Bundestagswahl

Manuel Sarrazin (Grüne)

| Lesedauer: 2 Minuten

Bergedorf (he). Seine Gegenkandidaten heißen Hans-Ulrich Klose (71, SPD) und Wolfgang Müller-Kallweit (41, CDU), haben beide Jahrzehnte politischer Erfahrung als Hamburgs Bürgermeister, Bundestagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender beziehungsweise als Parteipolitiker.

Mit 27 Jahren ist Manuel Sarrazin (GAL) der jüngste Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Bergedorf-Harburg. Dennoch rechnet er sich Chancen auf ein gutes Ergebnis aus. Der gebürtige Dortmunder sitzt seit 2008 im Bundestag, gilt auch beim Gegner als politisches Talent.

Bei seinem Einzug in die Hamburger Bürgerschaft war Sarrazin vor fünf Jahren einer der jüngsten Abgeordneten aller Zeiten. Seit Mai 2008 ist der Harburger zweitjüngstes Mitglied des Bundestags. Er ist für Anja Hajduk nachgerückt, als diese an die Elbe wechselte, um in die erste Schwarz-Grüne Landesregierung einzutreten.

"Mir darf nichts passieren, ich bin der letzte Nachrücker auf der Hamburger Landesliste", sagt Sarrazin schmunzelnd. Sonst würde das Mandat verfallen." Der Bergedorfer Jens Kerstan, vor Sarrazin auf der Landesliste, hatte auf den Wechsel verzichtet: Er wird in Hamburg gebraucht, als Vorsitzender der GAL-Bürgerschaftsfraktion.

Jetzt tritt Sarrazin im Bundestagswahlkreis als Direktkandidat an. "Für die GAL tut dies erstmalig ein Harburger, aber ich habe gewissen Bezug zu Bergedorf", bekennt er schmunzelnd. "Ich habe hier jahrelang Gitarrenunterricht genossen."

Sich selbst nicht zu Ernst nehmen, Politik als wichtige Aufgabe aber nicht als einzigen Lebensinhalt begreifen - der St.-Pauli-Fan tritt den Beweis an, dass dies keine Floskeln sein müssen. "Mein Studium der Geschichte, Jura und Osteuropawissenschaften an der Uni Hamburg werde ich auf jeden Fall beenden, ich möchte mir ein differenziertes Bild des Abgeordnetendaseins bewahren."

Für Harburg wie Bergedorf erkennt Sarrazin ähnliche Probleme: "Bahnlärm und die fehlende Bereitschaft der Bahn, etwas zu tun, treibt die Menschen um." Es sei keineswegs hinnehmbar, dass das Staatsunternehmen im Vorfeld des geplanten Börsengangs Geld anhäufe, anstatt die Trassen zu sanieren. Ein mindestens ebenso wichtiges Feld sei die Europapolitik. "80 Prozent aller wichtigen Entscheidungen fallen inzwischen in Brüssel", da gelte es Einfluss zu nehmen, sagt das Mitglied des EU-Ausschusses. Aber Sarrazin kann auch Wahlkampf: "Vattenfall will mit dem Wiederanfahren von Krümmel bis nach den Wahlen warten. Wir müssen Schwarz-Gelb verhindern, sonst gerät der Atomausstieg in Gefahr."

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Bergedorf