Anschießen

"Sehnsucht nach dem 'Wir-Gefühl'" - Saisonstart beschert Schützen Zulauf

Bergedorf (knm). Eine ruhige Hand und das Ziel klar vor Augen hatte Schützenkönig Norbert Bodenstein beim Anschießen der Bergedorfer Schützengesellschaft. Mit einem Gesamtergebnis von 177 Ringen war er der Beste von zwölf Teilnehmern - machte seinem Titel alle Ehre.

Abgegeben wurden je zehn Schuss mit dem Gewehr am offenen 50-Meter-Kleinkaliber- und mit der Pistole am 25-Meter-Kurzwaffenstand. Zehn Ringe sind die maximale Punktzahl pro Schuss.

Das Anschießen hat bei vielen Vereinen Tradition. "Es ist die erste Übungseinheit nach der kalten Jahreszeit", erläutert Hans Windmüller, Erster Vorsitzender Bergedorfer Schützen. "Neue Waffen können eingeschossen werden bevor die offiziellen Wettkämpfe beginnen." Dennoch war bei den Bergedorfern die Tradition des Anschießens seit 17 Jahren nicht gepflegt worden. Erst unmittelbar zu den ersten Wettkämpfen, etwa den Vereinsmeisterschaften, wurden die Waffen gezückt. Jetzt regte Bodenstein an, den Brauch wieder aufleben zu lassen - und stieß damit auf offene Ohren.

Ohnehin sei das Interesse am Verein derzeit groß, erzählt Windmüller. Vor allem die Bogenschützen hätten enormen Zulauf. "Das ist jetzt ein richtiger Trendsport." Innerhalb von zwei Jahren sei die Sparte um etwa 30 Prozent gewachsen. Doch auch zu den Schützen seien kürzlich 15 neue Leute gestoßen. "Offenbar sehnen sich die Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nach dem 'Wir-Gefühl'", meint Windmüller. Und das könne ein Verein eben gut vermitteln. Insgesamt hat die Schützengesellschaft knapp 200 Mitglieder.

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