Bahnhof

Baustart für das ZOB-Fundament

Ulf-Peter Busse

Bergedorf. Es herrscht endlich wieder geschäftiges Treiben auf Bergedorfs wichtigster Baustelle. Überall sind Spezialmaschinen im Einsatz, setzen die noch fehlenden Wände der künftigen Fußgängerunterführung unter der Bergedorfer Straße und graben sich neben dem provisorisch über das Baufeld geführten Weidenbaumsweg für den geplanten Autotunnel in den Untergrund.

Fast unbemerkt bei all dem Aufmarsch hat weiter hinten, direkt unterhalb der Eisenbahntrasse, die wichtigste Maschine ihre Arbeit aufgenommen - ein etwa 20 Meter hoher Pfahlbohrer. Das gelbe Spezialgerät mit auffällig langem Gittermast leitet den ersten Bauabschnitt für den Neubau des ZOB ein.

"Innerhalb der kommenden sechs bis acht Wochen setzen wir 300 Gründungspfähle, auf denen das künftige Bahnhofsgebäude samt angrenzendem Parkhaus und dem neuen ZOB auf seinem Dach ruhen werden", sagt Projektleiter Henning Ario.

Um den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten - der neue ZOB soll schon im Dezember in Betrieb genommen werden - kommt in der nächsten Woche noch ein zweiter Pfahlbohrer. Und es stehen wieder Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste der Bahn bevor: Der Bergedorfer Eingang des Bahnhofs wird von Montag an für voraussichtlich eine Woche gesperrt. "In der Zeit setzen wird die Pfähle im Bereich der provisorischen Zugangsrampe", sagt Ario. Die Rampe werde anschließend wieder nutzerfreundlich hergerichtet, verspricht er.

Die Maschinen drücken die sogenannten Atlas-Pfähle etwa 13 Meter tief in den Boden, füllen die Stahlrohre dann mit Beton aus. Dass der Neubau gleich 300 von diesen im Querschnitt 60 Zentimeter messenden Pfähle als Unterbau bekommt, liegt am extrem weichen Untergrund. "Unser Projekt entsteht genau dort, wo einst ein Nebenarm der Bille geflossen ist", sagt Henning Ario. Zudem berge der Boden durch seine besondere Baugeschichte einiges Potenzial für Verzögerungen, ergänzt der technische Projektleiter der Baustelle, Rafael Haase: "Fundament-Reste von vier Generationen an Eisenbahnanlagen haben bereits in den vergangenen Wochen für manche Überraschung gesorgt."

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