Stadtplanung

Veränderungssperre am Kampdeich

Bergedorf (stri). Was der Bergedorfer Stadtplanungsausschuss im Februar beschlossen hat, steht jetzt im amtlichen Gesetz- und Verordnungsblatt: die "Veränderungssperre Bergedorf 105".

Sie betrifft das etwa 5,5 Hektar große Gelände zwischen Schleusengraben und Weidenbaumsweg, zwischen Stuhlrohrstraße und Sander Damm: Hier darf in den nächsten zwei Jahren nichts abgerissen und nichts gebaut werden - Einzelfallprüfungen ausgenommen.

Neben den Hamburger Wasserwerken und Glunz-Bäderland ist dort insbesondere der Reitbrooker Kaufmann Richard Herrling betroffen, der seit 2004 Eigentümer der denkmalgeschützten Stuhlrohrhallen ist.

Baudezernent Arne Dornquast erklärt die Sperre so: "Wir wollen einen B-Plan aufstellen mit dem Ziel, die Wegeverbindung am Schleusengraben zu sichern, um den Kampdeich einmal bis ins Landgebiet führen zu können." Dieses Ziel solle keineswegs gefährdet werden, etwa "weil unklar ist, wie sich die Absichten von Investoren entwickeln", so Dornquast.

Vorausgegangen war eine Anfrage von Richard Herrling, dem Wunsch eines seiner Mieter zu entsprechen: Der Megazoo hätte gern sommers hinter den Stuhlrohrhallen - zur Wasserseite - die gesamte Außenfläche zur Präsentation von Fischteichen und Außenbecken genutzt. "Genehmigt wurde jetzt lediglich eine fünf Meter breite Fläche", sagt Peter Gabriel (SPD), Vorsitzender des Stadtplanungsausschusses.

Zwei Jahre hat der Bezirk nun Zeit, einen Bebauungsplan aufzustellen. Um Ideen für das Areal zu sammeln, wurde ein Planungsbüro beauftragt.

Richard Herrling sorgt sich vor allem, dass die derzeitige Ausweisung als Gewerbe- und Industriegebiet wegfallen könnte.

"Ich möchte an meinem Ist-Bestand festhalten. Meine Mietverträge sind alle für die nächsten fünf Jahre geschlossen." Dabei geht es speziell um die Anlieferzone des Hanseatischen Drahthandels: "Da fahren nachts Lastwagen mit Stahlträgern", sagt Herrling: "Die verursachen nun mal eine höhere Dezibel-Zahl, da kann ich mich nicht auf eine Einschränkung einlassen, muss also den Bestandsschutz behalten."

Neuer B-Plan soll in zwei Jahren fertig sein